Gesetz vom 24. Februar 1850 bereits eingeleitet worden war.Diesen Erfolg und die Beseitigung der beiden Gesetze vom11. März 1850 und damit die Erneuerung der erdrückenden Vor-rechte der Ritterschaft in der Gemeinde- und Kreisverfassungfeierte Gerlach in der Märzruudschau des Jahres 1853 mit lautemJubel und stellte die Sache dabei wieder so dar, als sei durchdiese Beschlüsse der Grundbesitz und der ackerbauende Stand gerettet.Der Grundbesitz ist geduldig. Er ist darauf augewiesen, Frost uud Hitze,Hagel und Dürre hinzunehmen als sein bescheidenes Teil und doch dankbarnach oben zu blicken. . . . Aber Rechtssicherheit, Heiligkeit des Herkommensund der Verträge — das ist die Lebenslust, in welcher allein der Grund-besitz atmen kann, das Fundament, auf dem er stehen muß, um seinen Berufzu erfüllen, den Beruf, der noch lange nicht erfüllt ist, wenn der GrundherrGras und Korn erzeugt, sondern der ihn verpflichtet, als den festen Trägerdes Staats sich zu bewähren, als die eherne Säule, auf welche die Machtund das Recht der Obrigkeit sich stützt.
Man fragt sich erstaunt, warum deuu der Adel diese mora-lischen Qualitäten verlieren müsse, wenn er Stellern zahle wie dieanderen? Oder warum, wenn es sich um eigentümliche Qualitätender Landwirtschaft handele, nicht auch der weit zahlreichere undweit bedürftigere Bauernstand von der Steuer befreit werden solle?Im folgenden suchte Gerlach zu zeigen, daß die Stein-Harden-bergische Gesetzgebnng ein Produkt der Revolution und eine Nach-äffung französische» Vorbildes gewesen sei, und in der Rundschauvom Mai schreibt er: „Glänzend, ja entscheidend waren die Siegeder Reaktion und der Regierung sin der letzten Session des Land-tags^ auf den Gebieten der Gemeinde-, Kreis- uud Provinzialver-fassung." Indem er dann im Anschluß daran die Politik Olmütz als „das größte vaterländische Werk der Reaktion", oder an eineranderen Stelle als den Tag, „an dem Deutschland wieder Deutsch-land wurde" (Ostern 1854) seiert, erinnert er uns, wie völlig dieserpreußische Adel den Gedanken an die Ehre Preußens verloren hatte.Er war ganz beschäftigt mit dem, was er den Kampf gegen dieRevolution nannte, was aber der übrigen Welt als ein Kampffür den sehr wenig vornehmen Anspruch erschien, die Steuer nichtzu zahlen, die jeder andere Grundbesitzer zahlte, vbschon alle diebesonderen Leistuugeu, die einst diese Steuerfreiheit gerechtfertigthatteu, hinweggefallen waren, und obschon die Steuer eine andere