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eigener Leistung der Hochmut, die Arbeit zn verschmähen, um vonden in Verehrung gereichten Almosen Anderer zu leben.
Und sie lieferten ohne Unterbrechen ihre besten Kräfte, dieseAnderen. Seit Beginn des 16. Jahrhunderts warfen die Nieder-länder ihre nationale Art weg, zogen nach Rom um zu lernen,sie die ersten, welche den? Gedanken huldigten, daß hohe KunstAnderer bessere Lehre biete, als die eigene Natur. Die Scorel,Lombard, Floris nnd wie sie alle heißen, kamen als gefeierte Meisterheim, sicher im Zeichuen und Malen, voll Gesetz und Regel, vollguter Lehre und Selbstgefühl, aber innerlich gebrochen, ohne Halt,ohne Kraft selbst zu sehen, selbst sich zu sördern, vergiftet vonRom und seiner unpersönlichen Art, von seinen: verallgemeinernden,uukünstlerischen Zuge.
Andere folgten. Eine der sonderbarsten Erscheinungen in derKnnst ist die römische Laudschaftsmalerei. Ein Deutscher, Els-heimer, brachte sie zur Reife. Er sah in Rom , was kein Römerdort gefunden hatte, den stillen Ernst der Campagna, die brauneMassigkeit des Baumwuchses, den architektonischen Bau der Bcrg-linien, die feierliche Schönheit der Ruiucu. Der erste in Italien ,der Ruinen um ihrer selbst willen liebte, wie Dürer ein Jahr-hundert vor ihm in Deutschland , wie die Niederländer; nichtum dessen willen, was der wiederschaffende Geist sich ausihneu herausbaut. Der erste in Italien , der die Natur auchaußerhalb des Menschen als vollkommen erkennen lernte nnddem der Mensch ein Schmuck der Landschaft, nicht die Land-schaft ein Hintergrund für deu Menschen war. Und wiedersolgte ihm eiue Schar von Nordländern, welche an seiner Artsich erwärmend, oder ähnliche Empfindung vom Norden mitbringend,die italienische Landschaft mit aller Herzenswärme einsog, um sieals die vollendetste zu feiern, Rom als die Stadt, in welcherGottes Natur am reinsten, größten sich offenbare. Die Bril undBerghem, die Claude und Ponssin, die Caracci und Rosa, sie allesind keine Römer, sie kommen, bleiben oder gehen, tragen dasGefühl für die höhere, gesetzmäßigere, stilvollere, regelrichtigereLandschaft mit heim in ihre Heimat, ihr Vaterland, sei es inPerson, fei es in ihren Werken. Aber die Römer sehen spöttisch