Dcumeckcr. — Schadmv.
4U
räum zwischen dem Werke eines Hondon, ja selbst, um eine inDeutschland thätige Kraft zn nennen, eines Tassaert oder Nahlund diesen der eigentlichen Vertiefung dcS Auges und der Ver-feinerung der nachbildenden Künstlerorgane ermangelnden Arbeiten.Sie sind wohl groß, aber anch reichlich leer und ohne besonderesLeben.
Daher war denn auch der Schüler Tassaerts, des nach Berlin aus Paris verschriebenen Vlamen, eine entschieden kräftigere Gestaltgeworden, der Berliner Schadow, der 1785 nach Rom kam,und hier trotz seiner Jugend die große goldene Medaille derAkademie, also den Beifall der Römer selbst, erwarb. Er war eingutes Stück freier als jene der Antike gegenüber; er wagte an ihrherum zu mäkeln mit der dem Berliner eigenen Sicherheit im Er-kennen von Schwächen. Er ist aber anch der Festeste im Beharrenauf der Eigenart, im Kampf gegen die Alleinherrschaft der Antikeund gegen die alles verschlingende Schönheit. Er kam, da er demdeutschen Gelehrteukreise fern stand, als eiu moderner Mensch ausRom wieder heim, wenigstens als einer, der sich nicht ganzin die Griechen verloren hatte; als einer, der am Vergangenenanzuknüpfen wagte, nicht der Ansicht war, daß mit den wissen-schaftlichen Entdeckungen der Ästhetik eine ueue Welt ans demBvllen begonnen habe nach dem großen Nichts.
In Rom lebten auch sonst deutsche Bildner von Ansehen.F. W. Engen Döll, später Hofbildhauer in Gotha , meißelte dortBüsten von tüchtigen Können; ein Mann der die Höfe befriedigte,für welche Hondon arbeitete, jenen des Herzogs von Gotha undder Kaiserin Katharina. Dann Heinrich Keller aus Zürich der eigentliche Erbe seines schweizer Landsmannes Trippel, der inden neunziger Jahren als Mauu von vielseitiger Bildung, als vonSchiller geschätzter Dichter, endlich als mit einer Römerin ver-heiratet und mit ganzer Seele Rom nngehörig für die deutsche Gesell-schaft Bedeutung erhielt, bis er, früh erkrankt und seit 1804 un-fähig, die Bildnerei fortzuführen, sich ganz der Dichtung zu-wendete. Eine mehr lyrisch angelegte Natur, begeistert für dieGeschichte seiner Heimat, die er im Schillerschen Sinne in Dramenummünzte.