Franzvsische Chirurgen.
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gaben die gequetschten Stellen Anlaß zu Entzündungen und Eite-rungen, die seit der modernen Wundbehandlung nicht mehr be-obachtet werden, weshalb man das von Amnsat (1829) undThierry empfohlene Verfahren neuerdings wieder aufgenommenhat (Tillaux, 1876).
Dem Eiter verschaffte man durch dieDrainage (Chassaig n a c)Abfluß; in die Behandlung der Knochenbrüche führte mau denunbeweglichen Verband ein, den man durch Gips- oder Kleister-biudeu zu fixieren lernte (Seutiu). Auch das Brechen schlechtgeheilter Brüche und die Wiedervereinigung dnrch Elfenbeinstifte(Dieffeubach), sowie die Knochennaht mit Silberdraht ist eineErfindung, die das 19. Jahrhundert brachte (Rodgers). Umkranke Teile ohue große Blutung nnd ohne das Messer zu zer-stören, bediente man sich früher allgemein des Glüheisens. Be-kannt ist auch die Methode, heißes Öl in die (angeblich vergifteten)Schußwunden zu gießen. Seit 1807 benützte man die Elektricität,die ansänglich nur als Elektrolyse wirkte, bis es dem Wiener Zahn-arzt Heider (1845) gelang, dnrch Galvanokaustik die Nerveuder Zahnpulpa zu zerstören. Zahlreiche Versnche mit dem neueuMittel genügten nicht, es allgemein bekannt zu machen, erstMiddel-dvrpf bildete in eiuer Monographie (1854) das Verfahren so aus,daß es aus lange Zeit hinaus einer Verbesserung nicht fähigfchien. Nur die stromerzcugenden Batterien wurden entsprechendden Fortschritten der Technik verbessert nnd vereinfacht. DieGalvanokaustik ermöglicht ein ziemlich unblutiges Operieren auchan Stellen, an die man mit dem Messer nur schwer gelangenkann (galv. Schlinge). Doch hat die Methode, die sich sonst sehrempfehlen würde, den Nachteil, daß die Wundheilung nicht perprimmn erfolgt. Während man von der Durchführung größererOperationen (Amputationen) mit der Galvanokaustik wieder abge-kommen ist, schätzt man das Versahren sehr bei Eingriffen inKörperhöhlen (Mastdarm, Kehlkops zc.). — Das Dorasemeutlinsaire verdankt seine Entstehnng gleichsalls dem Wuusche, Ge-webe ohue Blutung zu durchtrennen. Dies gelingt anch beikleineren und mittleren Arterien ganz gut, bei größeren aber nicht.Das von Chassaignac (1856) ursprünglich angegebene Instrument
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