Cystoskopie.
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Platindraht besorgt wurde, versagte zu oft uud war ungenügend.Durch Dittels Erfindung, an Stelle des Plntiudrahtes sogenannteMignonglühlämpchen zu setzen, wurde das Cystoskop erst praktikabel.Vor allem fiel die bisherige Spülvorrichtnng weg und das In-strument verlor au Große uud Dicke. 1887 demonstrierten gleich-zeitig Nitze und Dittel ihre neueu Cystoskope auf dem Chirurgen-kongreß in Berlin . — Aber dabei ist man nicht stehen geblieben.Die fortschreitende Nierenchirurgie, welche sich zum Teil auf cysto-skopische Beobachtungen stützte, verlangte weitere Aufschlüsse und solag bald der Wnnsch nahe, die Harnleiter kathetrisieren zukönnen. Dies gelingt mit Instrumenten, wie sie von Albarran,Nitze uud Caspar angegeben wurdeu. — Von hohem Werte isteine von Neumauu (1897) angegebene Methode, mit der es mög-lich ist, den unteren Teil der Blase künstlich in zwei Teile zuscheiden, so daß das Sekret jeder Niere für sich aufgefangen unduntersucht werden kann. Mit der dnrch den Katheterismns derHarnleiter vervollständigten Cystoskopie gelingt es nun, die iu derBlase befindlichen Steine zu seheu uud etwaige Neubildungen derSchleimhaut genau zu diagnostizieren; ferner erhalten wir Ausschlußdarüber, ob der Untersuchte mir eine oder zwei Nieren hat, uudwelche Niere die krauke ist. Daß man unter Führung des Cystv-skopes in der Blase schneiden uud breuueu kauu, sowie die Zer-trümmerung von Steinen leichter vor sich geht, liegt nahe; aufihreu höchsten Stand kam dieses interessante Untersnchungsverfahrendnrch die Photographie der Blaseu. Die ersten brauchbarenBilder der Harnblase und des Magens lieferte R. Kutuer (1891).Es liegt nahe, daß man auch den Versuch gemacht hat, mittelsder Durchleuchtung mit Röntgenstrahlen Fremdkörper in derBlase und im Nierenbecken nachzuweisen, wodurch die immerhinschwierige Cystoskopie teilweise überflüssig geworden wäre. Aberdie meisten Steine sind lichtdurchlässig, kräftige Bilder geben über-haupt nur die Oxalatsteiue. Die Nöntgentechnik hat also in derDiagnostik der Blasenkrankheiten noch keine wesentlichen Dienstegeleistet, womit nicht ausgeschlossen ist, daß ihr dies später nochmöglich wird. ,
Wir haben soeben von den Röntgenstrahlen gesprochen und