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Geschichte der organischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert : Medizin und deren Hilfswissenschaften, Zoologie und Botanik / von Franz Carl Müller
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Zungen- und Halsopemlionen.

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fahren an, welches von Billroth verbessert wurde. Sedillotdurchsägte den Unterkiefer in der Mitte, Langend eck an der Seite. An dieser Stelle sei erwähnt, daß die von Dieffenbach geübteoperative Behandlung des Stotterns nicht mehr geübt wird. Be-züglich der Neubildungen des Gaumens verweisen wir auf dieLaryngologie und deren Fortschritte. Auch die Ohrenkrankheitenfinden eine specielle Besprechung.

Von den Krankheiten des Halses, soweit sie nicht den Inter-nisten und Laryngologen interessieren, wäre der Schiefhals (Laxukokstixuni) zu erwähueu, der durch die Teuotomie des Kopfnickersnach Stromeyer uud Dieffenbach beseitigt wird. Die Ver-letzungen des Halses und die Unterbindungen der Halsgefäße konntenwir schon abhandeln, es erübrigt nur noch der Chirurgie derSpeiseröhre zu gedenken. Man hat nicht nur in den letztenJahren Divertikel des Osophagus, welche zu ernsten Ernähruugs-ftörungen Anlaß gaben, excidiert, sondern anch die Eröffnung vor-genommen, wenn es sich um Verengerungen gehandelt hat. Werdendieselben für inoperabel befunden, so kann man das Leben durchAnlegung einer Magenfistel verlängern. Die Entfernung desKnopfes wurde durch Kocher zu eiuer uunmehr öfter geübtenOperation gemacht. Dabei hat dieser Autor, ebenso wie Socinuud Reverdin die Erfahrung gemacht, daß nach totaler Exstir-Pation der Schilddrüse eiue eigentümliche Eruähruugsstvrung, die(^ollexia struinixrivA auftritt, die den Tod nach sich ziehenkann. Man sucht daher durch Darreichung frischer Tierschilddrüseuoder künstlicher Thyreoideapräparate die dem Körper durch die Ent-fernung der Drüse fehlenden Substauzen zu ersetzen. Aus diesemGruude empfehlen auch die Kropfchirurgen, einen Teil der Drüsestehen zu lassen.

Die Ansichten über die Gefahr der Verwundungen desHerzens haben sich wesentlich geändert. Riedinger stellte inseiner Statistik fest, daß 30°/^ der Verletzungen deö Herzbeutelsheilen. Ist das Herz selbst getroffen, so werden nach Kiawkoffimmer noch 7°/g nicht tödlich ausgehen. Auch Fremdkörper, wieKngeln, Nadeln können jahrelang im Herzfleisch und in denVentrikeln verbleiben; über diese an sich selteneil Befunde hat