Vauchverlekungeu.
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ist es mit den Wunden der Milz nnd der Nieren. Obgleich odervielleicht weil man sich über die Funktion der Milz noch nicht imklaren ist, hat man es gewagt, sie bei Neubildungen zu eutferuenund zwar ohne Nachteil für den Operierten, sogar bei Wandermilzhat man das Organ entsernt. Ein Versuch von Lucas (1882),durch Unterbindung der zuführenden Gefäße das Wachstum derMilz zu beschränkeu, endete tödlich.
Aus der Mageuchirurgie ist die Resektion von Billroth be-kannt, Wölfler ersann die Gastro-Enterostomie (Anlegung einerMagen-Dünndarmfistel). Man bedient sich dabei der Plattennahtvon Senn oder des Murphykuopfes. Damit die Nahtstellenicht mit dem Darminhalt in Berührung kommt uud von ihm in-fiziert wird, hat Neuber eiu entkalktes Knochenrohr eingelegt.Das Knochenstück löst sich auf, weun die Heilung vollzogen ist nndgeht per vin.8 oatnrales ab. Eiue Verbesserung stellt der vonMurphy erfundene Knopf dar. — Zeigen sich unpassierbareHindernisse im Darm, so wird zur Anlegung eines künstlichenAfters geschritten. — In die Behandlung der Hämorrhoiden wurdedie Injektion reiner Karbolsänre neu eingeführt, die ungefährlichund sicher ist. — Nur die Resektion deS Mastdarmes machte sichnamentlich Kraske verdient. — Die Lehre von den Hermen konntesehr erweitert werden nnd durch die Segnungen der Antiseptik unddie Fortschritte der Unterleibschirnrgie sind auch auf diesem Gebietebedeutende Fortschritte erzielt worden.
Ein häufiges, srüher vielfach nicht erkanntes Leiden ist dieWanderniere. Die bewegliche Niere wird nach der Empfehlungvou Hahn entweder an ihrer normalen Stelle durch die Naht be-festigt, dabei muß aber die Naht durch die Substanz der Nieregehen (Angerer, Langenbnch), oder es wird die betreffende Niereganz entsernt (Winckel, Czerny, Ahlfeld). Letzteres ist auchbei Tuberkulose und bösartigen Neubildungen am Platze. DieChirurgie der Harnblase wurde durch die Cystoskopie (siehefrüher) auf eine achtunggebietende Höhe gebracht. — Die Krank-heiten der Extremitäten wurden schon früher ausführlich be-sprochen.
Gerade die Chirurgie hat eiueu Ausschwung zu verzeichnen,