Auskultation. Mikroskop.
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beteiligt gewesen wäre, ist durch nichts zu beweisen. Man unter-scheidet einfache Mikroskope nud zusammengesetzte. Die ersteren,auch Lupen genanut, sind uralt? im nachfolgenden ist nur vonden zusammeugesetzteu Apparaten die Rede. Wie bei den Fern-rohren, so hat auch beim Mikroskop die Vergrößerung eine Grenze,denn je stärker dieselbe wird, um so lichtschwächer wird das Bild,so daß man zuletzt in dem ganzen Blickfelde nichts mehr unter-scheiden kann. Helmholtz sprach seinerzeit die Befürchtung aus,daß er an der Grenze des Möglichen augelangt sei, aber dieFolgezeit hat diese schlimme Prophezeihuug zu Schanden gemacht,indem es durch die Jmmersioussysteme und durch geeigneteBelenchtungsapparate, sowie endlich durch die mikroskopischePhotographie gelang, weit stärkere Vergrößerungen deutlich zumachen. Ein gewöhnliches Mikroskop ist so eingerichtet, daßzwischen der Objektivlinse und dem zu untersuchenden Objekt einAbstand sich befindet, der mit Luft augefüllt ist. Es ist ohneweiteres klar, daß die vom Objekte ausgehenden Strahlen auf demWege von demselben zu der Objektivlinse verschiedene Vrechuugeuerfahren, welche die Deutlichkeit beeinträchtigen. Edmund Hart-nack (1826) faßte einen von dem berühmten italienischen Astro-nomen Giovanni Battista Amici (1786 —1863) stammendenGedanken auf und konstruierte 1861 das erste Jmmersions-system. Weun man nämlich zwischen das Objekt und das Objektiv-glas eine Flüssigkeit briugt, iu der möglichst wenig Licht durchBrechuug verloren geht, also den Luftraum mit Wasser, Glycerinoder Cedernholzvl ausfüllt, so erhält man viel schärfere Bilder,kann also unbeschadet der Deutlichkeit mit stärkeren Vergrößerungeuarbeiten. Diese Verbesserung zeigte ganz ungeahnte Bilder uudnützte der Wissenschaft in hohem Grade, aber es wurde dadurch derWunsch rege, noch tiefere Einblicke in den Bau der Gewebe zubekommen, also mit noch stärkeren Vergrößerungen mikroskopierenzu können. Diesem Wunsche kam Abbe entgegen durch den uachihm genannten Beleuchtungsapparat, bei welchem durch einenSpiegel uud ein sinnreich konstruiertes Linsensystem eine starkeLichtmenge durch das zu beobachtende Objekt und das Objektiv indas Auge des Beschauers geworfen wird. Weitere Verbesserungen