554 -T- Geistes- und Nervenkrankheiten und gerichtliche Medizin.
gelenkt und so erklärt es sich, daß bald eine Reihe von Gelehrten(Benedikt, Eulenburg, Rieger, Baierlacher, Freud, Ober-steiner und vor allem Forel) Nachuntersuchungen anstellten.Unter den jüngeren ragen hervor: Moll, Dessoir, Löwenfeld,Schrenck-Notzing, Vogt, Bleuler, Ringier , Delboeuf, vanEedeu, van Reuterghem, Wetterstraud, Hack Tuke ,Hammoud. Heutzutage ist der Hypuotismus ein Heilmittel ge-worden, welches in der Hand des erfahrenen Arztes Segen znbringen geeignet ist. Manche angebliche Wunderkuren sind immernoch mit etwas kritischen Augen zu betrachten, aber es läßt sichnicht von der Hand weisen, daß mit wissenschastlichetu Ernste ge-arbeitet wird. Auch in gerichtlich medizinischer Hinsicht hat derHypuotismus schon eine Rolle gespielt, wie der bekannte ProzeßCzynski in München gezeigt hat. Die Geschichte des Hypnotismnshat Löwenfeld in meisterhafter Weise behandelt.--
Der Aufschwung der Industrie und Wohl auch die Arbeiter-Gesetzgebung haben eine Krankheit erzeugt, welche sich an Unsälleanschließt und von Chareot und Westphal zuerst beschrieben,von Oppenheim mit dem Namen traumatische Neurose be-zeichnet wurde. Es handelt sich nicht immer nm schwere Unfälleund Körperverletzuugeu, sondern meist um heftige Erschütterungendes Gehirnes oder Rückenmarkes, die mit großer Angst währendder Unfallwirkung verbunden sind. Die Kranken sind entwederkurz nach dem Unfälle einige Zeit bewußtlos oder aber man merktihnen eigentlich gar nichts an, bis sich nach geraumer Zeit schwereNeurosen ausbilden, die bis zu Psychosen ausarten können. EinAnalogon dafür habeu wir in der von John Erichsen in dieLitteratur eiugeführten Eisenbahnrückgratskrankheit (kg,ilvvi>^-sxiue),die in Deutschland zuerst von Rigler beschrieben wurde. Westphalund seiue Schüler erklärten sich das Krankheitsbild durch schleichendeorganische Verorderungen im Centralnervensystem, Chareot dagegennimmt nur eilte Hysterie an, die er in Parallele zu den hypno-tischen Zuständen setzt.
In Deutschland entstaud ein heftiger litterarischer Kampf, andem sich der Hallenser Kliniker Seeligmu eller beteiligte. Manist allgemein dahin übereingekommen, daß es sich um eiue Schreck-