und war sogar soweit gegangen, die Überlassung deritalienischen Inseln an die Türkei mit der AdrianopelerFrage zu verbinden. Die Aufforderung des Marquisdi San Giuliano, ihn energisch zu unterstützen, beruht,wie mir Marquis Imperiali sagte, auf einem Miß-verständnis und einer irrigen Auslegung des letztenSitzungsberichts.
Was die südalbanische Grenzfrage betrifft, so ver-suchte ich unter Hinweis auf die früher den Rumänengegebenen Zusicherungen den österreichischen Vor-schlag zu unterstützen; die Bedenken aber gegen eineso weittragende Einmischung Rumäniens erwecktenden Widerspruch der Mehrheit der Anwesenden, undes wurde als Mittelweg der Vorschlag Sir EdwardGreys angenommen, wonach Griechenland und Rumä-nien sich nur über die den Kutzowalachen zu geben-den Vorrechte einigen sollen, die Entscheidung überdie Grenze selbst aber auf Grund der Erhebungender Kommission den Mächten anheimfallen solle.Würde dieser Vorschlag in Wien angenommen, so istAussicht vorhanden, daß auch die übrigen Punkte denösterreichischen Wünschen gemäß erledigt werden,wodurch wir in der Lage wären, nächsten Montag diealbanische Frage endgültig zu beschließen.
Über die Insel Thasos herrschte im allgemeinen dieAuffassung, daß sie mit der Kawalafrage eng Zu-sammenhänge, doch wurde vermieden, diesem Ge-danken in bindender Form Ausdruck zu geben.
Nächste und letzte Sitzung Montag.
B ei der heutigen Sitzung gelangte zunächst die vonSir E. Grey in der letzten Sitzung vorgeschlageneFassung für Artikel 6 betreffend Kutzowalachen der
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