albanisch-montenegrinischen Grenze den Notwendig-keiten der Be- und Entwässerung Rechnung zu tragen,für die der montenegrinischen Regierung Mithilfe ver-sprochen war, zu lenken. Der französische und derrussische Botschafter schlagen vor, die Aufmerksam-keit der Regierungen auf diese Bitte zu lenken. Dieanderen Botschafter sagen, sie werden sie ihren Re-gierungen unterbreiten.“ Lichnowsky.
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
S ir Edward Grey ist ebenfalls der Ansicht, daß essich empfehlen wird, von Regierung zu Regierungin einen Meinungsaustausch einzutreten über die inBukarest zwischen den Kriegführenden getroffenenVereinbarungen und hat den Gedanken, die Angelegen-heit den Vertretern der Mächte in Bukarest zu über-lassen, wiederum auf gegeben. Den schwierigstenPunkt werde wohl die Frage von Kawala bilden, inder er nach Befragung des hiesigen Kabinetts be-schlossen habe, neutral zu bleiben und sich der Mehr-heit anzuschließen. Er neige aber der Auffassung zu,daß es schwer sein würde, die Griechen aus Kawalazu vertreiben. Besondere Freude schien ihm die Tat-sache zu bereiten, daß über diese Frage eine neueGruppierung entstanden sei, und er deutet diesen Um-stand als einen Beweis der zwischen den Mächtenbestehenden freundschaftlichen Beziehungen sowie da-für, daß die Überzeugung bestehe, die Lösung derorientalischen Frage werde zu keiner Verschärfungder internationalen Lage führen. Jedes Symptomeiner Abspannung zwischen den Gegensätzen derGruppen erweckt bei ihm stets Befriedigung undheitere Stimmung.
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