Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
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E. Grey, daß durch diesen Vertrag die Ein-mütigkeit der beiderseitigen Regie-rungen bekundet und der Welt gezeigtwerde, daß es möglich sei, sich auf ähn-lichen Gebieten zu verständigen.

Es kommt also, wie ich gleich bemerken möchte,nicht nur die Mitteilung an die portugiesische Re-gierung, sondern auch die Veröffentlichung des Ver-trages im hiesigen Parlament in Frage, und ich glaubenicht, daß man hier darauf eingehen würde, den Ter-min dieser Bekanntmachung wesentlich hinaus-zuschieben. Es mögen auch Gründe parteipolitischerNatur dabei im Spiele sein, da die Regierung unter denAngriffen der eigenen Partei und namentlich derNational Liberal League" zu leiden hat, welche ihrvorwirft, zugunsten ihrer französischen Freundschaftdie deutschen Beziehungen zu vernachlässigen.

Nach Lage der Verhältnisse glaube ich nicht, daßes sich empfehlen würde, an den englischen Vor-schlägen wesentliche Änderungen vornehmen zuwollen. Ein solches Beginnen wäre aussichtslos undwürde nicht nur den neuen Kolonialvertrag selbst hin-fällig machen, sondern auch eine günstigeGelegenheit zerstören, um die beider-seitigen Beziehungen nicht unwesent-lich zu verbessern. Auch möchte ich mir er-lauben, der hochgeneigten Erwägung anheimzugeben,ob es nicht erwünscht wäre, in Anbetracht der jetzigenpolitischen Gesamtlage und des dringenden Wun-sches, den das hiesige Kabinett augen-seinlich hat, die Angelegenheit möglichstrasch mit uns zu erledigen, in dieser Hin-sicht entgegenzukommen. Mehr läßt sich, wiegesagt, nicht erreichen, auch wird man hier auf dieVeröffentlichung unter keinen Umständen verzichten

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