Vertrag zu veröffentlichen, habe er nicht eher ent-sprechen wollen, als bis er auch in der Lage sei, denunsrigen bekanntzugeben. Ehe er aber an die por-tugiesische Regierung herantreten und ihr Mitteilungmachen werde von dem Inhalt unserer Abmachungen,wolle er das gesamte Material zu meiner Kenntnisbringen, so daß wir in der Lage sein würden, voher inder Frage Stellung zu nehmen.
Unter diesen Umständen habe ich geglaubt, vonweiteren Schritten abstehen zu sollen, da wir dadurchin die Lage versetzt werden, unsere Zustimmung zurVeröffentlichung von dem Inhalte des Windsor-Vertrages abhängig zu machen. Lichnowsky.
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
I ch benutzte meinen heutigen Besuch bei Sir EdwardGrey , um nochmals darauf hinzuweisen, daß diegleichzeitige Veröffentlichung des deutschen und desportugiesischen Geheimvertrages bei unserer öffent-lichen Meinung den übelsten Eindruck hervorrufenmüßte und bei uns daher zu den ernstesten BedenkenAnlaß gäbe.
Sir Edward entgegnete abermals, daß der so-genannte Windsor-Vertrag nur eine Bekräftigung desfrüheren alten enthielte und auf Drängen der Portu-giesen geschlossen worden sei, die von dem Abschlußunseres geheimen Vertrages Wind bekommen hätten.Den wiederholten Wunsch der Portugiesen auf Ver-öffentlichung ihres Vertrages habe er immer unterHinweis darauf zurückgewiesen, daß er nur gleich-zeitig mit dem unsrigen veröffentlicht werden könne.
Ich entgegnete, daß es doch zweierlei sei, ob derBesitzstand vom Jahre 1661 oder der Besitzstand vom
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