Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
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vorauszusehen, hierauf nicht einlassen wollen, so sagenSie ihm, das äußerste, was Sie glaubten, hier erwirkenzu können, sei, daß wir der Veröffentlichung zu-stimmen würden, wenn die Veröffentlichung desWindsor-Vertrages unterbliebe. Ich bemerkte hierzu,daß aus keinem der Berichte aus Lissabon die derBotschaft mitgeteilt sind hervorgeht, daß England der portugiesischen Regierung gegenüber eine Ver-pflichtung zur Veröffentlichung übernommen hat.Auch ist es schließlich die Sache der englischen Re-gierung, wie sie sich darüber mit Portugal auseinander-setzen will. Es ist nicht unsere Aufgabe, uns darüberden Kopf zu zerbrechen. Einem gleichzeitigen Hinweisauf die alten Bündnisverträge steht ja nichts im Wege.Enthält nach Ansicht Sir E, Greys der Windsor-Vertrag nichts, was nicht schon in diesen Verträgenenthalten war, so ist auch die Veröffentlichung desWindsor-Vertrages überflüssig. Es genügt ja voll-ständig die Bezugnahme auf die alten Vereinbarungen!Besser ist es natürlich, auch diese Bezugnahme unter-bleibt, weil man bei uns auch daraus wieder folgernwird, daß apres tout unsere ganzen Vereinbarungenziemlich wertlos papierne Abmachungen sind. Beidem großen Einfluß, den Sie bei Greyhaben, und der Vollendung, mit der Sie die eng-lische Sprache beherrschen, kann ich mir kaum vor-stellen, daß es Ihnen nicht schließlich gelingen sollte,ihn zu überreden. Liegen ihm die Beziehungen zu unswirklich am Herzen, so muß er doch auch einmal zueinem Opfer bereit sein, das doch wirklich nicht sehrgroß ist, wenn man die Stellung Englands in Portugal in Betracht zieht, wo die Engländer doch schließlichalles tun können, was sie wollen.

Also seien Sie etwas optimistischer inBeurteilung unserer englischenF reunde.

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