Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
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Mr. Harcourts zu eigen machen wollte. Sollte, wiedas zu befürchten steht, nunmehr auch Sir E. Greywieder Ew. pp. gegenüber auf die Sache zurück-kommen, so wollen Sie dem Minister sagen, daß dieKaiserliche Regierung die Frage der Veröffentlichungzurzeit als erledigt angesehen habe, Sie infolgedessenohne Instruktionen seien und ihn, ohne sich aufweitere Erörterungen einzulassen, gegebenenfallsbitten, etwaige neue Anregungen oder Gesichtspunktedurch Vermittlung Sir E. Goschens an mich gelangen

zulassen ' Bethmann Hollweg

AUFZEICHNUNG DES GESANDTEN IN LISSABON ROSEN

Berlin, 30. 5. 1914

D ie Gründe, welche für oder gegen die Unterzeich-nung, und die dadurch unvermeidliche Veröffent-lichung des deutsch -englischen Abkommens sprechen,müssen von zwei Gesichtspunkten aus geprüft werden,dem der Wirkung auf die internationale Politik unddem des Rückhalles, den die Bekanntgabe voraus-sichtlich in Deutschland wecken würde.

Unter den Wirkungen nach außen ist in ersterLinie die Frage zu prüfen, ob bei gleichzeitiger Be-kanntgabe des Windsor - Vertrages das deutsch-englische Abkommen überhaupt noch realisierbarwäre, das heißt, ob es anzunehmen ist, daß England

Teilung der Kolonien im Sinne der Annexionen aussprechenkönnte. In den Rahmen dieser Form passe der Windsor-Vertragdurchaus hinein, für zukünftige Entwickelungen, die durch dasBündnis aber nicht berührt würden, biete unser Vertrag einepassende Handhabe. Mit gleichzeitiger geschickter Einweihungder Presse und entsprechendem Kommentar, der hervorhebt, daßdie Unversehrtheit des portugiesischen Kolonialbesitzes gewahrtbleibe, müßte sich die Sache doch machen lassen, und der Ge-samteindruck wäre sicherlich zu unseren Gunsten, Der Reichstag ist nun geschlossen, die Möglichkeit neuer Wahlen im Sommer ist

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