einer allmählichen auf Festsetzung in den portugie-sischen Kolonien abzielenden Politik Deutschlands Hindernisse in den Weg legen oder dieselbe nachMöglichkeit unterstützen würde. Der Windsor-Vertraggarantiert den Besitzstand Portugals , also auch dessenKolonien. Daß dieser Vertrag zu dem Geist undWortlaut des ein Jahr früher abgeschlossenen deutsch-englischen Abkommens in flagrantem Widerspruchsteht und somit auf den ersten Blick einen Beweisenglischer Perfidie zu liefern scheint, liegt auf derHand. Man geht wohl nicht zu weit, wenn man sagt,daß er das deutsch -englische Abkommen aufhebt.Wenn aber der neuere Vertrag den älteren aufhebt, soist dies bei dem jetzigen deutsch -englischen Ab-kommen gegenüber dem Windsor-Vertrag ebenfallsder Fall. Das Abkommen hebt eben jenen Vertragunter bestimmten Vorausetzungen und an bestimmtenPunkten auf. Es ist eine Einschränkung des Windsor-Vertrages und aller ähnlichen voraufgegangenen eng-lisch -portugiesischen Bündnisverträge, Das, und nichtsanderes kann nur der Sinn des deutsch -englischenAbkommens sein. Würden wir nicht von dieser Vor-aussetzung ausgehen, dann wäre es überhaupt sinnlos,ein derartiges Abkommen abzuschließen.
Soweit die formale Seite. Es fragt sich aber nunweiter, welches wohl voraussichtlich die Haltung Eng-lands sein würde, wenn, nach Unterzeichnung des
hier noch immer vorhanden, und man kann nicht wissen, wie dieDinge sich später entwickeln; also ich möchte dringend zur Eileraten. Alles kommt doch bei solchen Dingen auf die Sauce an,mit der der Braten serviert wird. Mir will es oft scheinen, als obbei uns die Angstmeierei vor der öffentlichen Meinung etwas zuweit ginge. Die Briten haben doch schließlich dasselbe Interessedaran wie wir, daß einer der im Vertrage vorgesehenen Fälleihnen die Möglichkeit zum Einschreiten bietet. Auch sie wünschenihre Interessensphäre auszudehnen und zu befestigen."
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