Abkommens, eine der in demselben vorgesehenenMöglichkeiten akut würde. Nichts könnte irre-leitender sein, als von den Umständen der Jahre umdie Jahrhundertwende einfach auf die jetzige Zeit zuschließen. Damals war die Verstimmung zwischenEngland und Deutschland auf ihrem Höhepunkte, undzugleich war Portugal infolge der Freundschaft seinesKönigs mit König Eduard und der damit zusammen-hängenden Ausnahmestellung des Marquis vonSoveral gegenüber dem englischen Hofe und dem eng-lichen Kabinett in weit größerer Abhängigkeit vonseinen Bundesgenossen, als dies heute der Fall ist.Weder hat England für die portugiesische Republikdieselben Gefühle wie damals König Eduard für dieMonarchie, noch auch betrachtet sich das republi-kanische Portugal in irgend annäherndem Grade wiedamals das monarchische als Vasall des Britenreiches.Vor allem aber steht die öffentliche Meinung in Eng-land der portugiesischen Kolonialherrschaft in Afrika heute keineswegs freundlich gegenüber. Die Agitation derAntislavery and Aborigines Protection Society gegendie „Sklaverei" der Portugiesen in Säo Thome und inAngola , ferner der Feldzug der Herzogin von Bedfordgegen die Behandlung der politischen Gefangenenseitens der Republik , und, bis zu einem gewissenGrade auch die antirepublikanische Stimmungsmachedes Exkönigs in der höheren englischen Gesellschaft,haben den Boden für die Verständigung mit Deutsch-land vorbereitet und würden der Veröffentlichung undauch der Verwirklichung des Abkommens eine gün-stige Aufnahme sichern. Die englische Regierung wirdaber zweifellos den Weg gehen, der mit der öffent-lichen Meinung im Lande übereinstimmt. Es fragt sichnun nur noch, ob vielleicht Erwägungen der aus-wärtigen Politik das Kabinett von St. James bewegen
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