Bagdadbahngeschäft nicht zu einer Verschärfung derGegensätze zwischen Deutschland und Frankreich führt, gern bereit, falls dies den Wünschen der Kaiser-lichen Regierung entspräche, von unseren gesamtenWünschen und Forderungen in Türkisch-Asien Kennt-nis zu nehmen, um sich dann in Paris im Sinne einesbilligen Vergleiches verwenden zu können, falls derbisherige direkte Meinungsaustausch daselbst keinen
Erfolg erzielen sollte.
Lichnowsky.
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
ie ich streng vertraulich unter der Hand höre,
VVhat Herr Cambon bei Sir Edward Grey angefragt,ob England den Abschluß seiner Verhandlungen mituns über die Bagdadbahn und verwandte Fragen nichtaufschieben könne, bis die Franzosen ihre Parallel-verhandlungen in Berlin abgeschlossen hätten, weilsich sonst die Lage Frankreichs ungünstig gestalte.Das Foreign Office hat der französischen Botschaftschriftlich erwidert, daß der wenigstens vorläufige Ab-schluß der Verhandlungen mit Deutschland nötig sei,um die schon mehrfach aufgeschobene Ratifikationder Verträge mit der Türkei vornehmen zu können.Es sei für England unmöglich, den Abschluß mitDeutschland im Hinblick auf die deutsch -französi-schen Verhandlungen noch hinauszuziehen.
Ebenso wurde eine weitere Anfrage M. Cambons,wie sich England zu einer Beteiligung Frankreichs an der mesopotamischen Flußschiffahrtsgesellschaftstellen würde, ablehnend beantwortet.
Lichnowsky.
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