Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
167
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Sir Edward versprach mir wiederum, vorläufignichts zu unternehmen. Er hoffe aber, daß bis zuseiner Rückkehr am 19, zwischen uns und Rußland eineVerständigung erreicht werde. Bis dahin sei auchGraf Benckendorff zurück, und es würde sonst schwerfallen, die russische Regierung noch weiter hinzuhaltenund zu beruhigen.

Vorläufig also scheint die hiesige Regierung nichtsunternehmen und weiter abwarten zu wollen. Auchdie Zurückziehung der britischen Seeoffiziere scheintnicht beabsichtigt zu sein, da Sir Edward nichts da-von erwähnte, und sich auf die Bemerkung be-schränkte, russischerseits werde immer darauf hin-gewiesen, daß die Gegenüberstellung der britischenMarine- und der deutschen Militärmission deshalb un-zutreffend sei, weil es nur ein türkisches Heer, aberkeine türkische Flotte gebe, eine Bemerkung, die ichdurch den Hinweis auf den eben erst angekauftenRio de Janeiro " zu entkräften suchte.

Meine Eindrücke möchte ich abermals dahin zu-sammenfassen, daß Sir Edward, der übrigens durchausnicht aufgeregt war, und in heiterster Stimmung dieAngelegenheit mit mir besprochen hat, nur sehr un-gern sich an irgendwelchen erneuten Schritten be-teiligen würde, daß er aber fürchtet, durch die Hal-tung Rußlands in eine Zwangslage versetzt zu werden,und es unter Umständen nicht wagen würde, dieRussen in dieser Frage vollkommen im Stiche zulassen. Lichnowsky,