diesem Sinne zu wirken, besonders da er den Eindruckhabe, daß wir bestrebt seien, den russischen Wün-schen einigermaßen entgegenzukommen und eine füralle Beteiligten annehmbare Lösung zu finden. Solltedies jedoch nicht gelingen, so könne er sich der Be-fürchtung nicht entschlagen, daß Rußland eigen-mächtig vorgehe und von der Türkei eine Gegen-leistung verlange. Ein derartiger Schritt werde natür-lich sehr unerwünschte Folgen haben.
Auf meine Frage, welche Maßnahmen russischer-seits seiner Ansicht nach wohl in Frage stünden, ent-gegnete Sir Edward, er halte es nicht für unmöglich,daß Rußland das Verlangen stelle, ein russischerGeneral solle das Kommando in Armenien erhaltenunter der Mitwirkung einer entsprechenden Anzahlrussischer Offiziere, auch sei es nicht ausgeschlossen,daß Rußland unter Umständen zur Besetzung tür-kischen Gebietes schreite, um mehr Nachdruck aufdie ottomanische Regierung ausüben zu können, Kon-stantinopel sei nun einmal der heikelste Punkt für dasrussische Empfinden, und er glaube nicht, daß mansich in Petersburg beruhigen werde, falls nicht unserer-seits ein Ausweg gefunden werde.
Ich entgegnete unter Verwertung der mir über-mittelten Gesichtspunkte, daß ich nicht daran zweifele,daß die Kaiserliche Regierung gern bereit sein würde,den russischen Wünschen etwas entgegenzukommen,obwohl ich die Berechtigung des russischen Stand-punktes keineswegs anzuerkennen vermöge, daß aberdie unerläßliche Voraussetzung hierfür sei, daß alleferneren amtlichen Schritte seitens des Dreiverbandesin Konstantinopel unterblieben. Einem formellen Druckgegenüber würde es unmöglich sein, nachzugeben be-ziehungsweise auch nur das geringste Zugeständnis zumachen.
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