am wenigsten von Mr. Churchill selbst. Der Oppo-sition suchte Herr Churchill entgegenzukommen, in-dem er betonte, daß die britische Regierung auf jedenFall bei etwaigen Flottenbauten anderer Mächte ihrÜbergewicht zur See aufrechterhalten werde. Indemer versuchte, auf diese Weise beide Parteien zu-friedenzustellen, hat Herr Churchill einen geschicktenSchachzug getan; dies dürfte schon aus der Haltungder heutigen Presse hervorgehen. Denn wenn auchdie Oppositionsblätter mancherlei an der Rede aus-zusetzen haben und es beispielsweise bedenklichfinden, daß das Bauprogramm des nächsten Jahresstatt sechs nur fünf Schlachtschiffe vorsehe, so findetdoch selbst die unionistische „Daily Mail" die Er-klärungen des Marineministers zufriedenstellend,während andererseits die radikalen „Daily News“ mitGenugtuung feststellen, daß Herr Churchill in seinerRede sich gegen das vorige Wettrüsten ausgesprochenhabe.
Die Rede dürfte der hiesigen öffentlichen Meinungschwerlich zu großen und aufgeregten ErörterungenVeranlassung geben, wie sie in früheren Zeiten mitjeder Besprechung des englischen Flottenvoranschlagesverbunden zu sein pflegten. Dies wäre im Interessedes weiteren Ausbaues unserer Beziehungen zu Eng-land nur zu begrüßen. Lichnowsky.
AN DEN REICHSKANZLER VON BETHMANN HOLLWEG
I n der gestrigen Generaldebatte über den Vor-anschlag für die Flotte, die im allgemeinen ruhigverlief, ergriff Mr. Winston Churchill noch einmaldas Wort, um sein diesjähriges Flottenprogramm gegendie von der Opposition erhobenen Angriffe zu ver-
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