trauen gegen uns überwunden, das bis vor kurzem diemeisten jetzigen Politiker beherrschte. Bethmann, Sieund ich sind ihnen sympathisch, und sie haben sichberuhigt. Der empfindlichste Punkt bleibtFrankreich , dessen Erhaltung hier alsAxiom gilt, und ich warne vor allen Maß-nahmen, die als eine Herausforderung derFranzosen gedeutet werden könnten. Daswürde sofort einen gründlichen Umschwung hervor-rufen!
Unser Verhältnis zu England ist so gut — als esüberhaupt sein kann. Mehr zu verlangen wäre unklugund vergeblich. Man kommt uns doch auf allen Ge-bieten entgegen.
Sehr bedauere ich die Nichtveröffentlichung desKolonialabkommens und möchte doch vorschlagen, ineiniger Zeit wieder der Sache näherzutreten. Ichhabe Angst, die ganze Sache fällt sonst unter den
und als Fachmann mehr erfährt, als wünschenswert wäre. Gegendie Anwesenheit Churchills, falls er sich selbst ansagt, hätte ichaber keine ernsten Bedenken, falls die Sache nicht etwa inPikiertheiten oder aber in Überschwenglichkeiten ausartet. Beidesist freilich nicht ausgeschlossen. . . . Übrigens herrschte vorkurzem wieder im Foreign Office Beunruhigung über eine an-gebliche Flottennovelle. Tyrrell, der ganz das Vertrauen Greysbesitzt, redete mich kürzlich darauf an. Ich entgegnete, ichkönnte ihm versichern, daß unsere Rüstungen zur See den Rahmendes Flottengesetzes innehielten und daß von einer Überschreitungderselben nicht die Rede sei. Unser Marineattachö bestätigt mirdiese Auffassung und versichert mir, daß auch Tirpitz nichts imSinne habe, was über das Flottengesetz hinausgeht. Alles, wasdurch das Flottengesetz vorgesehen wurde und sich nicht als einedasselbe überschreitende Neuerung darstellt, wird hier ruhig hin-genommen werden. Daran müssen wir festhalten. Neuforderungenaber in Gestalt einer Novelle würde an den hiesigen maßgebendenStellen lebhafte Beunruhigung und Verstimmung hervorrufen undalles wieder in Frage stellen, was wir in letzter Zeit erreichthaben."
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