päischen Mächten keine unveröffentlichten Ver-einbarungen, die die freie Entschließung der Regierungoder des Parlaments darüber, ob Großbritannien aneinem Kriege teilnehmen wolle oder nicht, einengenoder hemmen würden. Diese Antwort sei heute ebensozutreffend wie vor einem Jahre. Es seien seither keineVerhandlungen mit irgendeiner Macht abgeschlossenworden, die die fragliche Erklärung weniger zu-treffend machen würden; keine derartigen Verhand-lungen seien im Gange und es sei auch, soweit erurteilen könne, nicht wahrscheinlich, daß in solcheeingetreten werden würde; wenn aber irgendein Ab-kommen abgeschlossen werden sollte, das eine Zurück-nahme oder eine Abänderung der erwähnten letzt-jährigen Erklärung des Premierministers nötig machensollte, so müßte dasselbe seiner Ansicht nach, unddas würde wohl auch der Fall sein, dem Parlamentvorgelegt werden.
Die hiesigen Blätter enthalten sich heute in ihrergroßen Mehrzahl jeglicher Bemerkungen zu der Er-klärung des Ministers.
Nur die beiden radikalen Blätter „Daily News“ und„Manchester Guardian “ äußern sich in kurzen Leit-artikeln. Die erstgenannte Zeitung begrüßt die WorteSir Edward Greys mit Genugtuung und meint, sie seienklar genug, um jeden Zweifel zu zerstreuen. Eng-land sei nicht im Schlepptau irgendeines anderenLandes. Es sei nicht der Vasall Rußlands , nicht derVerbündete Frankreichs und nicht der Feind Deutsch-lands . Die Erklärung sei eine heilsame Lektion fürdiejenigen englischen Preßleute, die glauben machenwollten, daß es eine „Tripelentente“ gebe, die demDreibund wesensgleich sei. Lichnowsky.
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