Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
251
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DER STAATSSEKRETÄRDEN KAISER

darüber zu befindensteht ihm nicht zu,das ist Sache S. M.des Kaisers FranzJosef!

ist ihre Sache!

was ist leichtfertig?Wie kann Grey soein Wort über denalten ehrwürdigenHerrn gebrauchen!

DES AUSWÄRTIGEN AMTES ANBerlin , 23. 7. 1914

E w. M. Botschafter in London tele-graphiert:

Sir Edward Grey wird, wie ichvertraulich erfahre, dem Grafen Mens-dorff morgen erklären, die britische Re-gierung werde ihren Einfluß dahin zurGeltung bringen, daß die österreichisch-ungarischen Forderungen, falls sie ge-mäßigt seien und sich mit der Selb-ständigkeit des serbischenStaats vereinbaren ließen, vonder serbischen Regierung angenommenwürden. In ähnlichem Sinne glaube erauch, daß Sasonow seinen Einfluß inBelgrad geltend machen werde. Vor-aussetzung für diese Haltung sei aber,daß von Wien aus keine unbewiesenenAnklagen ä la Friedjung vorgebrachtwürden, und daß die österreichisch-ungarische Regierung in der Lage sei,den Zusammenhang zwischen dem Mordvon Sarajewo mit den politischen Krei-sen Belgrads unzweideutig festzustellen.Alles hängt von der Art ab, wie manin Wien die Note gestalte und von denErgebnissen der bisherigen Unter-suchung. Auf Grund leichtfertigerBehauptungen sei es jedoch unmög-lich, in Belgrad Vorstellungen zumachen. Ich bemühe mich unterdessen,hier dahin zu wirken, daß man mitRücksicht auf das berechtigte Verlan-gen Österreichs nach einer Genugtuung