mittelbar bevor, was einer Mobilisierung auch gegenuns gleichkommen würde. Sollten sich diese Nach-richten bewahrheiten, so würden wir gegen unserenWunsch zu Gegenmaßregeln gezwungen werden.Unser Streben geht auch heute dahin, den Konflikt zulokalisieren und den europäischen Frieden zu er-halten. Wir bitten daher Sir Edward Grey , in diesemSinne in Petersburg zu wirken.
Bethmann Hollweg
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London, 26. 7. 1914
P rinz Heinrich bittet mich, Eure Exzellenz zumelden, Seine Majestät der König habe ihm denlebhaften Wunsch zu erkennen gegeben, daß es derbritisch-deutschen Gemeinschaft unter Zutritt Frank-reichs und Italiens gelingen möge, der so überausernsten Lage im Sinne des Friedens Herr zu werden.
Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT London , 26. 7. 1914
H eute Sonntag niemand im Foreign Office zusprechen, kann daher Auftrag vor morgen nichtausrichten. Bezweifle, daß Sir E. Grey in der Lage,in Rußland im gedachten Sinne zu wirken, da nachErscheinen österreichischer Forderungen hier niemandmehr an Möglichkeit glaubt, Konflikt zu lokalisieren.Daß aus derartigem Vorgehen Öster-reichs Weltkrieg hervorgehen muß, hathier niemand bezweifelt. Halte Augenblick für ge-kommen, Vermittlung im Sinne Sir E. Grey eintretenzu lassen, was allerdings wohl zur Voraussetzunghätte, daß Österreich bereit, auf weitere Lorbeerenzu verzichten. Lichnowsky.
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