Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
269
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Punkt, der Teilnahme österreichischer Beamter an dengerichtlichen Untersuchungen, habe Serbien tatsäch-lich in alles eingewilligt, was von ihm verlangt wordensei. Es sei klar, daß diese Nachgiebigkeit Serbiens lediglich auf einen Druck von Petersburg zurück-zuführen sei.

Begnüge sich Österreich nicht mit dieser Antwort,bezw. werde diese Antwort in Wien nicht als Grund-lage für friedliche Unterhandlungen betrachtet, odergehe Österreich gar zur Besetzung von Belgrad vor,das vollkommen wehrlos daliegt, so sei es vollkommenklar, daß Österreich nur nach einem Vorwand suche,um Serbien zu erdrücken. In Serbien solle aber als-dann Rußland getroffen werden und der russische Ein-fluß auf dem Balkan. Es sei klar, daß Rußland demnicht gleichgültig Zusehen könne und es als einedirekte Herausforderung auffassen müsse. Darauswürde der fürchterlichste Krieg ent-stehen, den Europa jemals gesehen habe,und niemand wisse, wohin ein solcherKrieg führen könne.

Wir hätten uns, so meinte der Minister, wiederholtund so noch gestern mit der Bitte an ihn gewandt, inPetersburg in mäßigendem Sinne vorstellig zu werden.Er habe diesen Bitten stets gern entsprochen und sichwährend der letzten Krise Vorwürfe aus Rußland zu-gezogen, daß er sich zu sehr auf unsere und zu wenigauf ihre Seite stelle. Nun wende er sich mit der Bittean uns, unseren Einfluß in Wien dahin zur Geltungzu bringen, daß man die Antwort aus Belgrad ent-weder als genügend betrachte oder aber als Grund-lage für Besprechungen. Er sei überzeugt, daß es inunserer Hand liege, durch entsprechende Vorstellungendie Sache zu erledigen, und er betrachte es als einegute Vorbedeutung für die Zukunft, wenn es uns