AN DAS AUSWÄRTIGE AMT
äre nicht Allerhöchstes Telegramm an Zaren
VVgangbarer Weg, worin S. M. im Interesse euro-päischen Friedens Einstellung russischer Rüstungenvorschlägt, falls Österreich Operationen gegen Serbieneinstellt, und Aufnahme Vermittlung durch Ew. Ex-zellenz über Lösung serbischer Frage?
Hinsichtlich der von Sasonow dem Grafen Pour-tales gestellten Bedingungen könnte vielleicht gesagtwerden, die erste sei durch die Tatsache erfüllt, daßGraf Berchtold bereit sei, mit ihm durch Ew. Exzellenzin Gedankenaustausch einzutreten, und bezüglich desUltimatums sei er bereit, auch andere Garantie inBerücksichtigung zu ziehen und zu besprechen.
Lichnowsky.
AN DAS AUSWÄRTIGE AMT
H abe Telegramm 192*) soeben bei Sir E. Grey ver-wertet. Der Minister meinte zunächst, daß Ruß-land hinsichtlich der Kriegsmaßnahmen etwas emp-findlich geworden sei, da eine entsprechende An-regung von uns dort als Drohung verstanden wordenwäre. Er will aber versuchen, in diesem Sinne zuwirken.
Bezüglich der österreichisch-russischen Unterhal-tungen meinte er, daß alles darauf ankäme, daß Öster-reich ein derartiges Zugeständnis mache, daß Ruß-land ins Unrecht versetzt werde, falls es dann noch ab-lehne, — dann sei er in der Lage, einen Druck aufParis und Petersburg auszuüben. Auch deutete er miran, daß gerade diese Frage der Billigkeit unter Um-ständen auch ausschlaggebend sein könne für die Hal-
*) Das Telegramm 192 betrifft Wiederaufnahme österreichisch-russischer Besprechungen.