müßte mit absoluter Sicherheit zu einem verhäng-nisvollen Produktionsrückgang und schließlich zurHungersnot führen, so wichtig auch eine sach-gemäße Ansiedelungspolitik zweifellos für unsereZukunft ist. Erstens sind vorläufig gar nicht genügendMenschen vorhanden, die ausreichende Kenntnisseder landwirtschaftlichen Produktionsverhältnisse be-sitzen, um als Bauern mit Erfolg im großen Maßstabangesiedelt zu werden, zweitens für die nächsten Jahreauch nicht ausreichende Betriebsmittel, um den auf-geteilten Großgrundbesitz zu bewirtschaften. Schließ-lich ist die genaue Kenntnis des Grund und Bodens,der aufgeteilt werden soll, der klimatischen, Verkehrs-und sonstigen landwirtschaftlichen Produktionsverhält-nisse die notwendigste Voraussetzung für befriedigendeLeistungen. Die Kenntnis der Produktionsverhält-nisse läßt sich jedoch nicht von heut auf morgen er-werben.
Auch die Zeit nach der Übergangswirt-schaft kann und wird nicht zu einer grundsätz-lichen Aufteilung des Großgrundbesitzes führenkönnen, und zwar aus folgenden Erwägungen:
Den landwirtschaftlichen Großgrundbesitz kannman nach Art der Bewirtschaftung in drei Klassenzergliedern:
1. mit extensiver Bewirtschaftung,
2. mit intensiver Bewirtschaftung,
3. mit industrieller Bewirtschaftung.
Zum Großgrundbesitz mit extensiver Bewirt-schaftung gehören alle Großbetriebe, die arbeits- undkapitalschwach arbeiten. Ohne Untersuchungen darüberanzustellen, ob diese volkswirtschaftlich berechtigtsind, obwohl diese Art der Bewirtschaftung sehr wohlbetriebstechnisch richtig sein kann (für Pferde- und
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