gesamte Deutschland mit verschwindenden Ausnahmenden Krieg als ein „Stahlbad" begrüße und eine Politik,die auch das neutrale Ausland als hellen Wahnsinn er-kannte, in voller Kenntnis des Hergangs billige.
Und doch kann es keinem Zweifel unterliegen, daß,wenn der Reichstag oder das gesamte Volk durchPlebiszit gefragt worden wäre, ob wir wegen des mo-dernen Aristogiton, oder weil der Generalstab Angstvor den russischen Rüstungen und Bahnbauten hatte,oder für die Ehre unseres „Bundesgenossen“ einenKampf mit Rußland, Frankreich und England ent-fesseln und den von Bismarck so befürchteten Koali-tionskrieg herbeiführen sollten, die Entscheidung nichtim Sinn unserer damaligen Haltung gefallen wäre.
Der Irrtum unserer Gegner, die sich anscheinendanschicken, namentlich unter französischem Einflußeine Mahlzeit zu bereiten, deren Genuß wir ebensohöflich als bestimmt a b 1 e h n e n müssen, falls wirnicht infolge von Vergiftungserscheinungen oder Ampu-tationen dem dauernden Siechtum verfallen sollen, derIrrtum dieser Herren liegt in der falschen Prämisse.Die allerdings märchenhafte Unzulänglichkeit, die denWeltkrieg herbeiführte, und die naive Urteilslosigkeit,die ihn billigte, werden auf das Debetsaldo des deut-schen Volkes gebucht, dessen Kriegswille hiernach alserwiesen gilt, das folglich bestraft werden muß. Inlogischer Weiterentwicklung verlangt namentlichFrankreich „Sicherungen" und sagt sich nicht, daßdie einzig zuverlässige Sicherung in der demokrati-schen Regierungsform zu finden ist, die Kabinetts-kriege sowie das Übergewicht militärischer Einflüssefür alle Zukunft ausschließt. Unsere Gegner vergessen,daß jede anderweitige Sicherung unerträgliche Zu-stände schafft, daher entweder gar nicht oder nichtbona fide angenommen werden kann, mit einer reser-
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