vatio mentalis, die gerade das Gegenteil von dem be-deutet, was der Friedensschluß bezweckt, nämlich dieAbrüstung und den dauernden Frieden.
Jeder Gewaltfrieden, der uns in politische oderauch nur in finanzielle Abhängigkeit und Knechtschaftbrächte, der uns wichtiger Landesteile beraubt, derendie Firma politisch oder wirtschaftlich bedarf, sei esnun, daß diese Gebiete ganz oder nur teilweise vonGermanen besiedelt sind, jeder Friedensschluß, deruns zu Fronarbeitern des Auslands hinabdrückt, setztzunächst einen Gewaltfriedenszustand auch nach derUnterzeichnung voraus. Unsere Gegner müssen sichsagen, daß ohne gewaltige Machtmittel ein Gewalt-frieden keine Dauer verspricht, und daß ein solcherFrieden in dem Augenblick zusammenbricht, wo dieGegner nicht in der Lage sind, seine restlose Durch-führung zu erzwingen. Statt zur Abrüstung zuführen, wird ein dem deutschen Volk abgetrotzterFrieden nur neue Rüstungen gebären. Das Gespensteines neuen Weltkrieges, das doch alle Beteiligten,Deutsche wie Engländer, Franzosen und Amerikaner,mit gleicher Aufrichtigkeit für alle Zukunft ver-scheuchen möchten, würde weiter in allen Häusernspuken. Ein Gewaltfrieden ist eben nur durch Ge-walt aufrechtzuerhalten, müßte also notwendiger-weise gerade zum Gegenteil von dem führen, wasHerr Wilson als sein Programm verkündet hat, dessenGrundlagen wir annahmen, und die die Voraus-setzungen bilden für alle weiteren Unterhandlungen.
Wie unsere Annexionisten während des Kriegesdie flandrische Küste verlangten, weniger bescheidenesogar ganz Belgien und Nordfrankreich, währendKleinmütige sich mit Briey zufriedengaben, ohne des-halb ganz auf Ägypten oder Kurland verzichten zukönnen, so treibt die Kriegspsychose, die bei uns in-
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