Druckschrift 
2 (1927)
Entstehung
Seite
333
Einzelbild herunterladen
 

dingungen undurchführbar sind und daß Verständigunggeboten erscheint. Diese entgegenkommende Stim-mung würde zweifellos noch weit mächtiger im ge-samten Auslande hervortreten, wenn nicht leider imeigenen deutschen Lager immer wieder ein-zelne Politiker und Publizisten, und unter letzterensolche, die jenseits unserer Grenzen Beachtung finden,der deutschen Sache durch Befürwortung desfeindlichen Standpunktes den denkbargrößten Schaden zufügten.

In wiederholten Auslassungen habe ich mich be-müht, auf die Wichtigkeit der Ostmarkenfrage hin-zuweisen und auch das Ausland davon zu überzeugen,daß Deutschland nicht auf Posen, Ostpreußen und Oberschlesien verzichten kann, selbst wennin einzelnen Teilen dieser Provinzen das Germanen-tum sich in der Minderheit befindet, und daß das Polen-reich, das in einem deutschen Staatsmann seinenStifter verehren darf, keinen höheren Anspruch aufGebiete zu erheben berechtigt ist, in denen sich pol-nische Mehrheiten befinden, als das Deutsche Reichauf alle Länder außerhalb unserer Grenzen mit über-wiegend oder rein deutscher Bevölkerung. Nord-böhmen, Sudetenland, Deutschösterreich, die deutscheSchweiz und namentlich auch das Elsaß und Luxem-burg sind unbestreitbar deutsche Gebiete. Ganz ähn-lich verhält es sich übrigens mit dem böhmischen An-spruch auf die an der Oppa liegendenmährischenTeile der Provinz Schlesien, die zu Tschechien kommensollen. Ich habe, nebenbei gesagt, dort meinen Wohn-sitz und einen Teil meiner Güter, und meine Familiegehörte ehedem zum böhmischen, nicht aber zum pol-nischen Adel (wie die Endungsky stattski be-weist). Ebensowenig wie ich hat dort irgendein an-derer vernünftiger Mensch die Neigung, sich von

333