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auf sich nehmen müsse. Barbaro, der von diesen Umtrieben Kundeerhält, versammelt zunächst in der Burg seine ersten Offiziere zumgeheimen Kriegsrat. Es waren dies bis auf den Fürstensohn Taddeod'Este alles venezianische Nobili; aber selbst der tapfere Taddeo wirdbedenklich und glaubt, daß das Schlimmste bevorstehe. Barbaro ge-lingt es, den Offizieren wieder Mut einzuflößen. Gott und dem Vater-land weiht er sein Leben. Um den Brand sich nicht ausbreiten zu lassen,vertraut er die Bewachung der Burg in seiner Abwesenheit einem ver-läßlichen Hauptmann an und eilt mit kleinem Gefolge nach S. Francesco.Schon in der Vorhalle trifft er einige Bürger im geheimen Gespräch. Ertritt unversehens unter sie und schilt die Erblaßten heftig als Rädels-führer ; dann befiehlt er einem der ihn begleitenden Offiziere, sie zu ver-haften. Er selber steigt zu Pferde, reitet zur Überraschung der versam-melten Unzufriedenen in den Klosterhof, zeigt ihnen seine Gefangenen,die Urheber der Verschwörung, und jagt ihnen dadurch einen unge-heueren Schrecken ein. Unbehelligt kehrt er sodann mit den Verhafte-ten in die Burg zurück. Dort wird beraten, was mit den Aufrührerngeschehen solle. Nachdem sich alle Offiziere für ein Todesurteil aus-gesprochen haben, wird Barbaro gebeten, den Spruch zu tun. Docher hält es für das Heilsamste, die Schuldigen nochmal auf das heftigstezu schelten, weil sie ohne Befehl der Behörden über den Staat befundenhätten und in Angst für ihren Geldsäckel den Mut sinken ließen. Erschont sie, damit die andern, die die Übergabe der Stadt geplant hätten,nicht mit dem Feinde um ihr Heil, sondern mit ihm um die Freiheitstreiten möchten. Das Kriegsgericht, das sich noch gegen diesen Spruchsträubt, überzeugt er, daß die Vollstreckung von Todesstrafen den Sinnder Bürgerschaft entfremden und die Stadt sicher ins Verderben ziehenmüsse. Die Missetäter aber sind froh, mit dem Leben davongekommenzu sein; sie werden durch die unerwartete Milde Barbaros ganz für ihngewonnen und erklären, daß sie sich schämten, gegen seinen Willengehandelt zu haben. Dadurch daß er diese letzte Verschwörung so klugim Keime zu ersticken wußte, nahm Barbaro dem Feinde abermals dieHoffnung, sich durch Verrat der Stadt bemächtigen zu können 30 .Kehren wir zurück zum Beginn der Kriegsereignisse, die sich um Brescia abspielten. Nach dem Oglioübergang hatte Piccinino die Bergamasker