angesehen wissen wollte für die Schilderung der Zcitverhält-nisse, vornehmlich aber der bibliothekarischen Zustände undWandlungen in der so wichtigen Epoche des letzten Drittelsdes verflossenen Jahrhunderts. Daran sollten allgemeinereBetrachtungen über deutsches Bibliothekswesen geknüpft werden,die sich Hartwig im Laufe seines langen und mit so großerBefriedigung ausgeübten Berufs aufgedrängt hatten. Abereine solche auf Selbstanschauung beruhende Schilderung desinneren Betriebs an deutschen Bibliotheken galt ihm auch als einwertvolles historisches Zeugnis für die Zukunft. Erst wennmehrere oder viele derartige Darstellungen entworfen undder Öffentlichkeit übergeben würden, werde eine lebensvolleund lückenlose Geschichte der Entwicklung des deutschenBibliothekswesens möglich sein!
Muß dergestalt eine Darstellung der Neukatalogisierungder Halleschen Universitätsbibliothek aus Hartwigs Feder ent-behrt werden, so ist es ihm vergönnt gewesen, in eben jenenLebenserinnerungen seine Meinung über Hasscnpflug unddessen Haupthelfcrshelfer eingehend und mit rücksichtsloserOffenheit zu begründen. Hinzugefügt aber muß werden, daßsein Zorn Vilmar vornehmlich nur in seiner politischen Tätig-keit traf, während er ihn als Literarhistoriker ungemein schätzteund zu erzählen liebte, daß er als Hersfelder Gymnasiast aufdie erste Auflage der „Geschichte der deutschen National-literatur" subskribiert habe. —
Die biographischen Aufsätze des zweiten Teiles erweisenHartwig als treuen Freund seiner Freunde und ergänzen zu-gleich, indem sie manches persönliche Erlebnis und Urteilmitteilen, die vorausgehenden Lebenscrinnerungen.
Die im dritten Teile vereinigten Stücke beziehen sich aufdes Autors kurhessische Heimat. Wenn übrigens hier undsonst an einigen Stellen sich kleine Wiederholungen einge-schlichen haben, so muß das billig mit in den Kauf genom-men werden, da der Herausgeber Bedenken trug, sie willkürlicheingreifend zu beseitigen. — Von diesen drei letzten Aufsätzen