II
logischer Vorlesungen ganz auf, nin mich auf die Theologie,namentlich die historische Theologie, zu konzentrieren. Dochwnrdc ein eigentliches Examenarbeiten noch nicht recht in An-griff genommen. Und das um so weniger als ich wieder ak-tiv in der Verbindung geworden war. Erst im 8. Semesterdachte ich ernstlich an das Examen, das ich im ö. Semestermachen wollte. In diesen: wurde ich aber von einem thphvi-dalen Fieber ergriffen, das mich mit seinen Nachwirkungenfast ein ganzes Jahr zurückwarf. So habe ich erst in: Früh-jahre 1855 mein theologisches Examen mit dem besten Er-folge machen können, worauf ich dann, ausgerüstet mit einemReisestipendinm, sofort nach Göttingen ging, um eine Disser-tation zur Erlangung der philosophischen Doktorwürde in An-griff zu nehmen. Was aus nur werden würde, lag dunkelvor mir. In den hessischen Kirchendienst zu treten, schienmir unmöglich. Die Kirchenleitnng, ganz von dem EinflüsseA. Vilmars beherrscht, war nur nicht hold. Das hatte ichbei der Ausstellung des Kandidatenscheines zu empfinden ge-habt. Als ich mein Predigtamtsexamen bei den: ehrwürdigenSuperintendentei: Schüler in Allendorf gemacht, und diesernur beim Abschiede gesagt hatte, ich würde ein recht gutesKandidatenzeugnis erhalten, sprach ich meine Zweifel hierüberaus, da mir das Kasseler Konsistorium (welches aus denZeugnissen der Fakultät und des Superintendenten den Kan-didatenschein zusammen zu stellen hatte) nicht gewogen sei.Der alte Mann meinte, das wolle er doch sehen. Als ichmeinen Kandidatenschein erhielt, lautete mein Prädikat gut,während ein Neffe Vilmars, der ein schlechteres Examen ge-macht hatte als ich, das Prädikat recht gut von: Konsistoriumbekommen hatte. Ich erinnerte nun den Herrn Superinten-denten an meine Voraussage und bat um Abschrift meinerZeugnisse. Jetzt wendete sich der Ehrenmann an die theo-logische Fakultät und trug ihr die Sache vor. Professor Gilde-meister, der Dekan war, ergriff diese Gelegenheit gern, uman das Kasseler Konsistorium einen spitzen Brief zu schreiben.