19
Patrioten, aber auch Abenteurer verschiedener Rationen ccndGesindel schliinmster Art befand, über den Haufen werfen,vhne daß die Sizilinncr in ihrer Mehrzahl eifrig dabei mit-gewirkt Hütten. Verschiedene mißlungene Anfstandsvcrsuchehatten sie vorsichtig gemacht. Aber keine Partei hatte dasbvnrbonischc Regiment in Sizilien für sich. Kanin einzelnePfaffen und Mönche waren nicht revolntivnär gesinnt. Derselbstsüchtige Egoismus des regierenden Hauses, das in seinemvon Rom aus genährten Legitimitätsdünkcl Versassnngsbrnchauf Versassnngsbrnch und Grausamkeit auf Grausamkeit ge-haust hatte, und nach der Art solcher verkommenden Dhnastiennicht einmal in sich einig war, hatte schon seit langer Zeithier jedes sittliche Band zwischen Regierenden und Regiertenausgelöst und dies Volk dann fast unregierbar gemacht. Diegesamte Beamtenschaft war ganz korrumpiert, die sozialenGrundlagen der Gesellschaft erschüttert. ' Auf fortbestehendemittelalterliche Verhältnisse war der Locke dlapolsoir gepfropft,— die kirchlichen Bestimmungen nur ausgenommen — undso ein Zwitterding von Rcchtszustand geschaffen worden, dernur der Prozeßsncht diente. Beim Ausbrnche der Revolutionwar zuerst die Polizei verschwunden, die Zivilverwaltnng hattesv gut wie aufgehört. Weltknndigc Kaufherren, die schonlänger als ein Menschenalter in Sizilien gelebt und sich dortgroße Vermögen erworben hatten, belehrten mich eingehendüber diese Zustande. Mein politisches Nachsinnen über dieMittel und Wege, Staaten zu gründen und zu verderben, istniemals sv lebendig gewesen als in der ersten Zeit inMessina . Über die Zukunft des Landes war man in meinerUmgebung nicht einig. Die einen waren Pessimisten, dieanderen glaubten an die Macht der Freiheit. Ein aufgeklär-ter Absolutismus wäre wohl die beste Regiernngsform fürdie Insel gewesen. Zu ihr fehlte aber die Hauptsache, dietüchtigen Beamten. Es ist selbst unter dem korrumpiertenparlamentarischen Regime nach der einen Richtung hin dochseitdem viel besser, nach der anderen hin allerdings schlimmer