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von I. La Lumia selbst einer längeren, wie ich auch hentcnoch glaube, nicht zutreffenden freundschaftlichen Entgegnunggewürdigt worden. Doch damit war meine schriftstellerischeTätigkeit des Sommers 1867 noch nicht erschöpft.
Hatte ich schon in Rinteln angefangen, politische Berichtefür die „Weserzeitnng", die aus Kassel datiert waren, zuschreiben, so setzte ich das in Marburg fort. Bei der Wich-tigkeit, die es damals haben mußte, die Stimmung der hes-sischen Bevölkerung den wirklichen Mißgriffen der preußischenBerwaltung gegenüber ungeschminkt und wahrhaftig in einemBlatte zum Ausdruck zu bringen, das der NeugestaltungDeutschlands freundlich zugetan war, hielt ich es für einepatriotische Pflicht, nicht zu schweigen.
Ich habe maßvoll damals manche Maßregel namentlichdes llnterrichtsministers v. Mühler angreifen müssen. Auchhatte ich die Genugtuung, daß man auch höheren Orts inBerlin meinen Berichten Aufmerksamkeit schenkte, wie mir dieRedaktion der Weserzeitnng einmal schrieb.
Doch nicht nur politische Artikel schrieb ich für das Blatt.Ich habe in den Jahren 1867—70 und vereinzelt wohl auchnoch darüber hinaus, zahlreiche Feuilletouartikel für es ge-schrieben. Sie knüpften in der Regel an ein kürzlich er-schienenes Buch an, aus dem ich den wesentlichen Inhalthervorhob und Betrachtungen anschloß.
Auch in das „Beiblatt" znr damals „Allgemeinen Angs-bnrger Zeitung" habe ich in meiner Marbnrger Zeit derartigeAufsätze geschrieben; wie ich auch in die Wochenschriften die„Grenzboten" und dann später in die von G. Frehtag be-gründete „Im neuen Reich" ähnliche Besprechungen gelieferthabe. Wissenschaftliche Rezensionen habe ich auch in der„Jenaer Literatnrzeitung", in der „Historischen Zeitschrift" undin der R.evue lristoric^rie, die schon in ihrer ersten Nummereinen Aufsatz von mir gebracht hatte, veröffentlicht. Auf dieAufforderung des mit mir befreundeten W. Wehrenpfennigshin habe ich auch einige Artikel für die von ihm redigierte