Druckschrift 
Aus dem Leben eines deutschen Bibliothekars : Erinnerungen und biographische Aufsätze / von Otto Hartwig. [Hrsg.: Erich Liesegang]
Entstehung
Seite
127
Einzelbild herunterladen
 

127

der orthodox protestantischen, hoben diese Opera keinen Ein-fluß gehabt. War er doch auch mit diesen letzteren seit 1866ja schon früher innerlich ganz zerfallen und sprach das inseinen Briefen an die Vertrauten leidenschaftlich aus. EinemGetreuen sendete er am 24. Dezember 1866aus dein Elendin das Elend einen Gruß; im Elend, elelenti im fremdenLande in der Verbannung leben wir im allerbuchstäblichstenSinn." Und was ihnam aller meisten" empörte, das istdaspreußische Thcologengesindel, welches nur um ein kleinesalle Theologie für immer verleidet hätte; daß man sich indiese Kategorie des äußersten Abschaums muß rechnen lassen,ist mehr, als zu ertragen steht."')

In dieser verzweifelt wütenden Stimmung über das ent-setzliche Jahr ist der Mann bis an sein Ende geblieben, dersein Heimatland mit christlichem Geiste neu beleben wollte.Legt man an den hochbegabten, aber von bösen Leidenschaftendurchwühlten Menschen den Maßstab an, der doch für einenevangelischen Theologen das nächste ist, vergleicht man seinDenken und Wirken mit dem Vorbilde, dein er nachzustrebenbekannt hat, welch eine Kluft, welch ein Widerspruch, welchein prinzipieller, unlösbarer Gegensatz tritt für jeden Un-befangenen zutage! Es gibt wunderbare Christen!

l) Hessische Blätter, 21. Nov. 1900.