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Aus dem Leben eines deutschen Bibliothekars : Erinnerungen und biographische Aufsätze / von Otto Hartwig. [Hrsg.: Erich Liesegang]
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Vater ausgehende Anregung hin in die deutsche Philosophie.Er erzählt uns selbst in einer Anmerkung zu seinem Essayüber A. Schopenhauer, wie er 1852 noch ganz in Hegel versenkt zuerst auf Schopenhauer aufmerksam gemacht sei,sich nicht ohne Schwierigkeit in den Besitz der Hauptwerke desPhilosophen gesetzt und im Herbst 1854 zwei Monate langin einem einsamen Försterhause im Kiefernwalde von Mcdoc,das ehemals den Turm der vom Meercssandc begrabenenKathedrale von Sonlac bildete, nichts als diese gelesen habe.Wer die Energie besitzt, sich Monate lang einsam nur miteinem philosophischen Schriftsteller zu beschäftigen, der ist nochnicht zu sehr in der Geselligkeit aufgegangen. Aber richtigmag es sein, daß Hillebrand von 1857 an entschiedener darandachte, seine Studien auf ein praktisches Ziel zu richten undseinen Eintritt in den französischen Staatsdienst vorzubereiten.Die nähere Verbindung, in welche er mit einigen ausgezeich-neten französischen Familien von Bordeaux trat, mag hierbeibesonders mitgewirkt haben. Vor allem verkehrte er damalsim Hause eines Herrn Delprat, eines ausgezeichneten Rechts-anwaltes, dessen Frau als eine der geistreichsten und gebil-detsten Damen von Bordeaux mit Recht galt. Durch denSohn des Hauses, Herrn Edouard Delprat, einen Mitarbeiteran dem von Fer dinand Duval geleitetenCourrier du Dimanche,"bekam Hillebrand Fühlung mit den Kreisen der liberalenOpposition gegen das Kaiserreich. Nicht minder befreundetwar er mit einer Familie Dezeimeris. Daß in dieser Familie,die ansehnliche Verbindungen besaß, auch deutsche Beziehungenvorhanden waren, möchte ich aus dem Namen Rcinhold De-zcimeris erschließen, dem Namen des Mannes, von dem Hille-brand die erste Anregung zur Abfassung seiner Übersetzungder griechischen Litcratnrgcschichtc Otfried Müllers erhalten zuhaben bekennt und dem er deßhalb dieses Werk gewidmet hat.Wie dem nun auch sein möge, das Verhältniß zu der FamilieDezeimeris würde auch ohne diese landsmänuische Beziehungleicht haben entstehen können, daReinholdDezeimeris ein tüchtiger