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gegeben hat, werden Leser finden, solange ritterliche Männerund wunderbare Schicksale ihre Anziehungskraft bei uns nochnicht verloren haben. Der Sohn von ihm war Bruno vonFran^ois, der am 1. August 1870 die Sturmkolonne gegen denRoten Berg der Spichercr Höhen führte, und als der erstedeutsche General mit den Worten: „Grüßen Sie meine Frau!Es ist doch ein schöner Tod auf dem Schlachtfclde; ich sterbegern, da ich sehe, daß das Gefecht vorwärts geht!" in demgroßen Kriege, von fünf Kugeln getroffen, seine tapfere Seeleaushauchte. >)
Es war aber nicht nur edles Hugcnottenblut, aus demLouisc von Fraiwois stammte. Ihr Großvater hatte sich mitLouise von Brück aus dem Hause Niemegk, einer Nachfahrindes berühmten Kanzlers Brück und Lukas Kranachs desÄlteren, verheiratet. Als ihr Vater, der das von der Mutterhcrstammende Gut Niemegk mit einem Bruder gemeinschaftlichbesaß, im November 1818 seinen Tod herankommen fühlte,setzte er einen Verwandten, Herrn von R., zum Vormundseines Sohnes und einen Pfarrer zum Vormunde von Louiseein. Beide sollten zusammen das Vermögen der Geschwisterals sogenannte (von der Rechnungslegung) befreite Vormünderverwalten, auch für den Fall, daß das Gut verkauft werdenwürde. Das Konsistorium erteilte den: Pfarrer M. nicht dieErlaubnis zur Annahme dieser Vormundschaft, und das Pu-pillengericht übertrug nun eigenmächtig dem Herrn von R.die Vormundschaft auch über Louise, und ließ es dabei be-wenden, daß Herr von R. auch allein befreiter Vormund blieb.Da das Gut Niemegk 1819 an die Gemeinde Niemegk in derTat verkauft wurde, kam Herr von R. in den Besitz der denbeiden Geschwistern zustehenden Kaufsummcn. Er lieh dieselbenohne Pupillarische Sicherheit an insolvente Zahler aus undgeriet selbst 1832 in Konkurs, aus dem sich für seine Mündel
1) Aus dem Briefe des Adjutanten des Generals über dessenletzte Augenblicke an die Witwe.
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