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Aus dem Leben eines deutschen Bibliothekars : Erinnerungen und biographische Aufsätze / von Otto Hartwig. [Hrsg.: Erich Liesegang]
Entstehung
Seite
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wolle". Ihm war es klar geworden, daß dieunbestreitbarenWahrheiten", anf die hin sich der Nationalverein gegründethatte, keiner weiteren Beweisführung bedurften, sondern nurpraktische Durchführung heischten. Woher sollte diese kommen?Das war die große Frage der Zeit, die Bamberger einstweilennoch von Paris aus studierte. Gleichzeitig beteiligte er sichhier lebhafter als früher an dem reich entwickelten Vereins-lcben der zahlreichen Landsleute. Als dann aber mit demgroßen Siege Preußens über Österreich im Jahre 1866 dieentscheidende Wendung in den Geschicken Deutschlands ein-getreten war, da litt es ihn nicht mehr an der Seine, sonderner begab sich kurz nach dein Frieden von Nikolsburg an denRhein , um an altvertranter Stätte seine politische Wirksamkeitwieder aufzunehmen. Er trat aus dem Pariser BankhanseBischoffsheim aus, das sich in Ermangelung eines geeignetenErsatzes für ihn auflöste. Die Pariser Flüchtlingszeit laghinter ihm. So oft er auch noch nach der Scincstadt zurück-kehren sollte, er hat dort nur als Gast bei seinen Geschwisterngeweilt.

III.

Der Abschied von Paris war Bamberger nicht leicht ge-worden. Abgesehen von den materiellen Interessen, die ihnmit der Stadt verbanden, fesselten ihn doch auch viele Freunde,die er sich daselbst erworben hatte. Dazu kam, daß sich seineFrau sehr schwer von dort trennte. Sie hatte sich dort soeingelebt, daß sie dauernd kaum wo anders leben zu könnenglaubte. Sie hat sich auch nie ganz wieder in Deutschland heimisch gefühlt. Ein Krebsleiden, dem sie, freilich erstacht Jahre später, unerwartet am 19. Dezember 1874 inWiesbaden in den: Augenblick erlag, als sie sich zu einerdauernden Niederlassung am Rheine entschlossen hatte, warWohl schon längst in ihrem Körper vorbereitet und ließ sie zukeiner rechten Ruhe mehr kommen. Aber auch ganz abge-sehen von all diesen privaten Schwierigkeiten, die ihm die