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Loslösnng von Paris bereitete, mußte ihul nicht auch seineganze Zukunft iu Deutschland und die politische Tätigkeit,die er dort wieder aufnehmen wollte, als eine sehr schwierigeund in ihren Resultaten sehr Problematische erscheinen? Erhatte eine ganz klare Vorstellung hiervon. Im Herbste 1806schrieb er von Wiesbaden aus: „Kein Preis winkt unsererMühe, kein Parlamentssitz ladet uns zur Ruhe ein. Hcimats-verlnstig zu Hanse, nie in der Versuchung gewesen, heimischzu werden in der Fremde, deutsche Bürger in partibus iii-kiclelinirr und korrespondierende Ehrenmitglieder mehrerer vater-ländischer Zuchthäuser, dein Süden zustimmend durch Em-pfindung, dem Norden durch die Besinnung, so treten wirdie Wanderschaft an, um das übel gelittene Wort der Eini-gung zu predigen" (Ges. Sehr. III, 313). Ja, diese Einigungdes Vaterlandes war nach 1860 bei vielen noch übel gelitten,trotz allen lauten Geschreies für sie. Sobald nur persönlicheInteressen, alte Vorurteile und Liebhabereien ins Spiel kamen,verstummte es nicht nur, sondern schlug in sein Gegenteilum. Damals machte sich die Gesinnung noch etwas un-genierter von rechts und links her Luft als das heutigenTages vielen rätlich erscheint. So wäre Bamberger, kaumin seiner Vaterstadt kurz nach dem Frieden von Nikolsburg angelangt, fast ein Opfer der Polizei geworden. Ein über-eifriger Diener der öffentlichen Sicherheit konnte kaum abge-halten werden, ihn zu verhaften. Was aber bedeutete dieGesinnung eines solchen Polizeibüttels, der formell in seinemRechte war, gegen den Haß, den ihm seine alten demokrati-schen Freunde bei seiner Arbeit für die Einigung Dcutsch-ands bald entgegenbrachten? Bei der durch nichts zu be-irrenden Sicherheit ihrer Überzeugungen und der bei vielenvon ihnen doch sehr fadenscheinigen katonischen Tugcndstrenge,mußte er ihnen bald als ein Abtrünniger, als ein Verräteran seinen besten Traditionen, als ein Machtanbeter erscheinenund von ihnen dem entsprechend in der Presse behandeltwerden. Daß die elendesten, von Österreich bezahlten Sold-