schreiber sich hierbei am stärksten in die Brnst werfen würde»,sah der Mann, der diese Lenke kannte, klar voraus. ImGründe hatte anch diese ganze Gesellschaft alle Ursache zuihrem Hasse und ihren Verleumdungen. Denn niemand hatbei aller Liebenswürdigkeit im persönlichen Verkehre, ja beialler durch die Tat bewiesenen Bereitwilligkeit, alten Politischen Freunden und neuen Widersachern, die in Verlegenheit oderNot geraten waren, mit seinen pekuniären Mitteln unter dieArme zu greifen, den wüsten Phantastereien und selbstgerechten,tatenlosen Tiraden der großdcutscheu Demokratie durch eineunerbittliche Logik, mit feiner Ironie und, wenn es ihm nötigschien, mit vernichtendem Witze und derber Grobheit schärferzugesetzt, als er. Schon 1859 hatte seine Schrift „Juchhenach Italien " ihrem Verfasser die Anschuldigung seines altenFreundes, des weit umhergeworfcnen Julius Fröbcl, einge-tragen, er habe eine von der französischen Regierung bezahlteArbeit geliefert. Fröbel stand damals in österreichischem Dienste,und deshalb mußten ihm Sätze wie die folgenden höchlichstmißfallen: „Welche geringe Vorstellung man immer von demVerhältnis habe, in welchem das gegenwärtige preußischeHerrschergeschlecht seiner deutschen Aufgabe gewachsen ist, Ivieviel Wahres auch an der süddeutschen Antipathie gegenmärkischen Jntelligenzdünkel sei, — das ist und bleibt dochder einzige Ausweg aus Deutschlands Jammerzustand, daßPreußen möglichst weit das Raubstaatcnsystem absorbiere."Jetzt (1866) waren nun einige der schlimmsten dieser Klein-staaten von der Landkarte verschwunden. Freilich warennach Bambergers Ansicht noch zu wenige dieser „Jnfusorien-staaten" „als viel zu geringer Ersatz für das auf denböhmischen Schlachtfeldern geflossene Blut endlich von derdeutschen Erde vertilgt worden"^. Nur ein gesegneter An-fang mit dem Aufräumen unter den deutschen Kleinstaatensei 1866 gemacht worden. Doch hatte sich Preußen dem
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Aus dem Leben eines deutschen Bibliothekars : Erinnerungen und biographische Aufsätze / von Otto Hartwig. [Hrsg.: Erich Liesegang]
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