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im Staatsleben von vornherein dadurch hingewiesen, daß diepreußische Regierung, die sich bisher in ganz anderenBahnen bewegt hatte, zwar jetzt in ihrer äußeren Politik zunationalen Grundsätzen bekehrt war, in ihrer inneren dagegennach einigen Schwankungen auf ihren alten Standpunkt mehroder weniger rasch zurückfiel: hat die nationale Partei sichallerdings vielleicht doch nicht ganz genügend zu dem Pessi-mismus Herabdrücken lassen, welchen die Feudalpartei und dasvon ihr zum guten Teil regierte Preußen sich gegenüberdamit herausfordert, daß sie die verhöhnt, die geglaubthaben, die preußische Regierung werde in den neuen Pro-vinzen geschickter auftreten, als sie das in der Tat getan hat.Oder ist jene Behauptung nur eine Unwahrheit, deren Grund-losigkeit ihre Vertreter selbst einsehen, sie aber nun doch auf-recht erhalten, um sich selbst als unbeteiligt hinzustellen, unddie Verantwortung für das, was man selbst verschuldet hat,auf die Schultern seiner politischen Gegner abzuwälzen? Indem einen wie in dem anderen Falle beruht die Anklage,daß die nationale Partei in den neuen Provinzen allzu großeHoffnungen bei der Bevölkerung an die Ereignisse desJahres 1866 geknüpft und darum jetzt an Ansehen verlorenhabe, auf einer Gesinnung, für die kein Ausdruck zu starkist. Aber gerade, weil sie von denen ausgegangen ist, diees der Wahrheit gemäß an ihrem Teil mit verschuldet haben,daß viele jetzt weniger von Preußen und seiner Regierunghalten als noch vor einigen Jahren, muß konstatiert werden,aus welchen Gründen die Bevölkerung der neuen Provinzenstatt sich mit den neuen Verhältnissen zu befreunden und insie hinein zu wachsen, ihnen antipathischer oder doch viel-fach apathischer gegenüber steht, als früher. Daß aber diesesin der Tat der Fall ist, dafür sprechen nur zu viele An-zeichen.
Die Verwechslung, welche die liberale Presse gar häufigbegeht, indem sie ihre Stimme unbesehen mit der der großenMajorität des Volkes identifiziert, ist mir so durchsichtig, daß