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kommenden Faktoren augenblicklich nichts neues beibringennoch erfahren konnten. Aber lassen wir das, was hinter unsliegt! Derartige retrospektive Erörterungen haben keinenpraktischen Zweck, wenn sie nicht zugleich für die Zukunft nütz-lich gemacht werden können. Aber leider vermögen wir indiesem Falle nicht ganz von dem abzusehen, was der Ver-gangenheit angehört, da sich der Vorstand der nationallibera-len Partei selbst für die Zukunft auf die Vergangenheit derPartei berufen hat. Denn in seiner Ansprache, welche dieResultate der Besprechungen des Laudesausschnsses der natio-nalliberalen Partei mitteilt, heißt es u. a.: „Viel wichtiger,
als der Erlaß eines allgemeinen Programms, so wurde aus-geführt, wird es sein, wenn die einzelnen Abgeordneten inihre Wahlkreise gingen und ihren Wählern über ihre und derPartei Tätigkeit Rechenschaftsbericht erstatteten. Die nationalePartei habe praktische Politik getrieben und sei handelnd inden gesetzgebenden Versammlungen aufgetreten. Die Berufungauf die Leistungen der Vergangenheit biete den Wählern einebessere Garantie, als die schönsten Versprechungen für dieZukunft."
Es unterliegt nach diesen Worten keinem Zweifel, daßdie Partei nach der Ansicht ihres Vorstandes sich all denFragen gegenüber, die in den nächsten Sessionen desReichstages und des Abgeordnetenhauses an sie zur Ent-scheidung herantreten werden, freie Hand halten will. DieGründe dieser Politik liegen klar zutage. Die Schwierigkeit,ja, in einzelnen Fällen die Unmöglichkeit, der Menge vonGesetzen gegenüber, die der endgültigen Fassung harren, schonjetzt feste Stellung zu nehmen, ist gar nicht zu verkennen.Wären wir in unserer Entwicklung so weit als die Engländer,bei denen sich der Wahlkampf der Parteien in der Regel umeine leicht und scharf zu formulierende Frage dreht, dannkönnten wir wohl auch mit reinlich umrissencn Parteipro-grammen in unseren Wahlkampf eintreten. Oder hätten wirnur für ein Parlament zu wählen, oder für die beiden par-