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Aus dem Leben eines deutschen Bibliothekars : Erinnerungen und biographische Aufsätze / von Otto Hartwig. [Hrsg.: Erich Liesegang]
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Mögen auch einige Empfindlichkeiten im Anfange mit unter-laufen, ja mögen einzelne begabte Parteigenossen darum sichvon uns lossagen, wenn die hier angeregten Fragen in diePraxis unserer Partei übergeleitet werden sollten, es werdendiese Nachteile von dem Guten weit überwogen werden, dasuns aus einer solchen Konsolidation unserer Partei erwächst.

Ich weiß wohl, das Sie über die nächste Zukunft unseresVaterlandes weniger pessimistisch denken als ich, dagegen ander Möglichkeit, der großen nationalen Partei in Preußen eine festere Form zu geben, fast ganz verzweifeln. Die Zu-kunft wird entscheiden, wer von uns das Rechte gesehen hat.Allein selbst für den Fall, daß meine Auffassung der politischenStimmung, namentlich in den neuen Provinzen, nicht dierichtige sein sollte und wir uns weniger Sorgen machen dürften,daß der nationale Gedanke bald wieder ganz hinter die Streitig-keiten doktrinärer politischer Parteien zurücktreten werde undnur die extremen Parteien gestärkt aus den Wahlen hervor-gehen werden, so sind Sie doch gewiß mit mir über die Vor-teile einig, welche eine straffere einheitlichere Haltung unsererPartei zweifelsohne dem großen Ganzen sowohl als derPartei selbst zuführen würde. Und da ich überzeugt bin, daßeben ein guter Teil unserer nächsten Zukunft davon abhängt,wie unsere politischen Freunde sich organisieren werden, sohabe ich diese Briefe an Sie gerichtet, damit auch Sie IhreStimme mit mir zu einer kräftigeren, schärferen Parteibildungunserer politischen Freunde vereinigen mögen. Sollte es dazudes Antriebes bei Ihnen gar nicht bedürfen, so werden Ihnendoch meine Ausführungen ein Zeugnis davon sein, wie inganz verschiedenen Lcbenskreisen ein und dasselbe Bedürfnisempfunden wird, und Sie und andere unserer politischenFreunde sich doch vielleicht stärker angetrieben fühlen, daswas Ihnen bisher als fast ganz unmöglich erschienen ist, dochins Leben rufen zu helfen.