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reich genug wären, um das Richtige im einzelnen zu erkennenund dem Erkannten anch den treffenden Ausdruck zu geben.Nein im Gegenteil, wir haben der Steuermänner zu vieleund im kritischen Momente wird zuweilen keine Stimme ge-hört, der sich die anderen unterordnen möchten. Wären wireine Regierungspartei, dann möchte es Wohl leichter gehen,sich über viele Einzelheiten zu verständigen. Aber selbst indiesem Falle, das wissen Sie ja aus nächster Nähe, wird esuns politisch ungeschickten Deutschen noch gar schwer, persön-liche Verstimmungen und Differenzen im einzelnen dem Wohledes Ganzen hintanzusetzen. Und doch müssen wir den Ver-such machen, unsere Partei mehr monarchisch zu entwickeln.Sie muß einen anerkannten Führer gewinnen, der gleichsamdie auswärtige Politik derselben leitet und vertritt. In einerganzen Anzahl Fragen kann und soll die Freiheit der poli-tischen Überzeugung der einzelnen Mitglieder gewahrt werden.Es hieße, von unseren Landsleuten verlangen, Nichtdeutschezu sein, wenn wir ihnen ansinnen wollten, sich einer Partei-disziplin zu fügen, die selbst in England nicht mehr durch-führbar ist. Aber wie wir in einzelnen Punkten, in denensich die Partei einig sein muß, wenn sie nicht auf denNamen und das Wesen einer Partei verzichten will, die Auf-stellung eines bestimmten Programms verlangen und diePolitik der freien Hand als die verwerflichste bezeichnen müssen,weil bei ihr weder Freund noch Feind wissen, wie sie mituns stehen, so müssen wir auch die Durchführung dieses Pro-grammes dann mehr, als bisher geschehen, einzelnen Persön-lichkeiten anvertrauen. Die Vorteile einer solchen Geschäfts-führung liegen auf der Hand. Man wird einem Parteiführermit ganz anderem Vertrauen begegnen, als einer in jedemeinzelnen Falle ack Iioc ernannten Auskunftsperson oder einemVermittler; ein viel größerer Zusammenhang, eine viel größereLeichtigkeit wird in alle Parteioperationen kommen! Undsollten uns die Männer fehlen, welche eine solche Stellungznm allgemeinen Besten bekleiden würden? Ich glaube nicht.