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aufkaufe zu machen, so beschloß Koch sofort einen neuen An-trag auf Erweiterung der ihm gegebenen Vollmacht an höchsterStelle einzureichen.
Nach Besprechungen mit orts- und sachkundigen Personenerschien ihm ein Ankauf von 20 000 Vierteln als durchaus un-bedenklich. Die hierzu nötigen Geldsummen schienen leichtgeschafft werden zu können, wenn nur verschiedene Lieferungs-zeiten für die Frucht in dem Kaufkontrakt stipnliert würden;man hoffte dann die neu eintreffenden Sendungen mit demErlös aus den schon verkauften älteren Lieferungen bezahlen z»können. Indessen war diese Rechnung ohne den Wirt gemacht;Kochs Vorschlag, zunächst weitere 2000 Viertel auf Lieferungim Monat April znm Preise, von 9 Talern das Viertel zukaufen und dann mit dem vom Verkaufe eingenommenen Geldeweiter je nach Bedürfnis neue Frucht zu kaufen, wurde vondem Kurprinzen dahin schriftlich beantwortet, daß diese 2000Viertel von den znm Ankauf bewilligten 4500 Vierteln abzu-ziehen seien, die weitergehenden Anträge aber abgelehnt wür-den. Hierauf erklärte Koch seiner Königlichen Hoheit in derHanptsitzung des Staatsministerinms vom 3. Dezember: „DerBeschluß auf seine Anträge habe ihn tief betrübt; es sei sehrübel, daß Seine Königliche Hoheit den Ansichten ihrer Ministerso wenig Vertrauen schenkten; in vielen Verhältnissen würdedadurch, daß erst formelle Beweismittel beschafft werdenmüßten, die richtige Zeit unwiederbringlich zum allgemeinenSchaden vorübergehen; er könne die Nichtgenehmignng seinerAnträge nur dem Umstände zuschreiben, daß er die Sache zuleicht gemacht habe; in keinem anderen deutschen Staate würdeein Minister des Innern die Verantwortlichkeit übernehmen,mit so geringen Mitteln, wie er aus der Staatskasse in Air-sprnch genommen habe, für die Beseitigung des Notstandeszu sorgen; er könne nur von Herzen wünschen, daß man dieNichtgenehmignng seines Antrages nicht demnächst zu bereuennötig habe." Das war nun zwar in den Wind gesprochen.Jedoch genehmigte auf die dringenden Berichte der Regie-