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rungen von Fulda und Hanau hin der Kurprinz am 13. De-zember den Ankauf von 2000 Vierteln Roggen, nachdem Kochin der Hauptsitznng vom 10. Dezember hierauf als auf einemMinimum bestanden hatte. Ausschreiben, welche der Ministeram 8. Dezember erlassen hatte, in denen die Bildung vonHilfsvereinen angeregt war, die Gemeindebehörden aufgefordertwurden, den Armen auf Bons hin, die später auf Kosten vonStiftnngs- oder Gemeindekasscn einzulösen seien, Brot, Kar-toffeln, Hülsenfrüchte aus zu errichtenden Ortsmagazinen ab-zugeben usw. usw., hatten natürlich ebensowenig praktischenErfolg, als die Ermahnung an die Ackerbautreibenden inden Landgemeinden, der Ortsverwaltnng angemessene Quan-titäten von Getreide, das sie zu verkaufen hätten, zur Disposi-tion zu stellen. Die bureankratisch geleitete Staatsmaschine,selbst wenn sie nicht stets von oben gehemmt worden wäre,erwies sich als vollkommen unzureichend, den sozialen Not-stand erfolgreich zu bekämpfen. Aber in der Annahme befangen,das; dieser nur auf dem einmal von ihm betretenen Wegezu beseitigen sei, ruhte und rastete Koch nicht, seine Pflichtzu erfüllen. Er bestimmte das Finanzministerium, die Brannt-weinbrennerei weiter einzuschränken sowie die fiskalischenFrnchtvorrüte auf den Rentereiböden bis zum nächsten Früh-jahre ruhen und dann nur an Bedürftige abgeben zu lassen.Und doch hätten ihn die Berichte der Regierungen über die imLande noch vorhandenen Borräte von neuem überzeugenmüssen, daß auf diese Weise der drohenden Not nicht zusteuern sei. Nach ihnen waren nämlich im Lande noch vorrätig:229 676 Viertel Roggen und 1078 789 Viertel Kartoffeln.War darnach allerdings für die nächsten Monate noch nicht dasÄußerste zu befürchten, so stellte sich doch heraus, das; ein ver-hältnismäßig ungeheures Defizit an Nahrungsmitteln bis znrErnte noch zu decken sei. Selbst wenn aus einem Viertel Roggen260 Pfund Brot gewonnen und auf den Kopf täglich nur V-cPfund Brot gerechnet wurden, ergab sich, das; bis zur Ernte(7. August 1847) doch 287 272 Viertel Roggen fehlen würden,
H urtwig, Aus dem Leben. 22