34
KAPITEL III.
Lothringen selbst. Hier werden dieselben aber nicht alsKopfputz, sondern als „Nastücher“ verwendet. Es sind nurzwei Firmen, welche diesen Handel betreiben. Yon beidenwird über die Concurrenz geklagt, welche ihnen die Fabrikenin Kaiserslautern und in Baden, namentlich in Lörrach mitden bedruckten Calicots machen.
Fassen wir alle über die Absatzfähigkeit der Mouchoirsbeigebrachten Thatsachen ins Auge, so können wir die Aus-sichten dieses Fabrikationszweiges nur als die allerschlech-testen bezeichnen. Yon dieser Einsicht geleitet haben auchvier grössere Firmen, von denen zwei zu den bedeutendstenin Markirch gehören, die Fabrikation von Mouchoirs gänzlichaufgegeben; und auch die Firma in Leberau geht mit demgleichen Gedanken um.
So kommt es, dass jetzt vorwiegend nur kleinereFirmen, die ihr Kapital nicht so rasch auf einen andern Ge-schäftszweig werfen können, sich mit der Mouchoirwebcreiabquälen müssen. Oh dieselben aber bei Fortbestehen derobwaltenden Verhältnisse sich noch lange werden haltenkönnen, möchte ich stark bezweifeln.
B. DAMENKLEIDERSTOFFE.
Die Hauptfabrikation Markirchs besteht in der An-fertigung von Damenkleiderstoffen. Dieselbe werden ausWolle, Baumwolle und Halbwolle (wollene Kette und baum-wollener Einschlag) gewebt.
Man unterscheidet zwei llauptarten in diesen Stoffen.Stapelartikel, articles courants und Neuheiten, fantaisies,articles fagonnes, articles ouvragcs.
Die Stapelartikel sind ordinäre Stoffe, welche in grösserenMengen hergestellt werden und deren Muster nicht in her-vorragendem Maasse dem Wechsel der Mode unterworfensind. Dieselben werden grösstentlieils nur aus Baumwolleoder Halbwolle gemacht. Die Weherarbeit ist eine einfacheund kann auf gewöhnlichen Webstühlen ausgeführt werden.Die Mustorart, welche von den Markirchern am meisten be-vorzugt wird, in der sie die besten Neuerungen erfinden,