Druckschrift 
Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
Entstehung
Seite
116
Einzelbild herunterladen
 

116

KAPITEL VI.

Einnahme.

Für 100 Schuhe durchschnittlich. 30,00 Mk.

Ausgaben.

Für 100 Schuhe: Holz. 13,00 Mk.

Schwärze. . . . 0,72

Zinsen u. kleinere

Unkosten . . 0,28

- 14,00

Bleibt für 100 Schuhe Reingewinn.16,00 Mk.

Nehmen wir nun an, dass der Mann in einem Tag 10Schuhe fertig bringt, so kommen wir ungefähr auf die Summevon 1,60 Mk.

Dieser Betrag wird nun nicht das ganze Jahr überTag für Tag eingenommen. Denn die Holzschuhe habenihre Saison. Am meisten werden sie im Herbst verlangt,wenn der Familienvater sich seinen Bedarf für den Winteranschafft, dessen Nässe und Kälte das Tragen der Iiolzschuhenothwendig macht. Wer daher so viel Zeit hat, dass er denSommer über auf Yorratli arbeiten kann, hat in der Yer-kaufssaison einen grossen Yorsprung vor seinen Concurrenten,die jetzt erst nach Beendigung der Ernte zu arbeiten an-fangen können.

Im Allgemeinen wird viel über den schlechten Absatzgeklagt, den die Holzschuhe haben. Wie zu so vielenandern Ausgaben, so haben auch zu dieser die Leute keinGeld, und während sonst der erwachsene Mensch jährlich34 Paar, die Kinder fast jeden Monat ein neues Paartragen, sucht Jeder jetzt nach Möglichkeit diese Zahl herab-zusetzen. Auch klagen die Sabotiers viel über die im Thalselbst vorhandene Concurrenz, so dass an eine Ausbreitungdieser Hausindustrie vorläufig nicht zu denken ist.

Die Lage der Holzschuhmacher ist im Wesentlichendisselbe wie die der Hausweber. Nur mit den Wohnungs-verhältnissen sind sie noch schlimmer daran wie diese, dadie starken Abfälle bei der Fabrikation das Zimmer ganzentsetzlich verunreinigen, und besonders dort die Wohnungganz unwohnlich machen, wo sie, wie leider häufig genug